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Donnerstag, 01 Februar 2018 15:37

Dänemark: Startschuss für Kauf von 153 neuen elektrischen Züge

IR4GROSSERBELT Kopie

Die Flotte elektrischer Triebwagen besteht bei den Dänischen Staatsbahnen (DSB) bisher aus IR4-Triebwagen, die mit Lieferung der neuen Züge ausgemustert werden. Foto: DSB.

Eine breite Folketingsmehrheit aller Parteien mit Ausnahme derEinheitsliste hat sich auf die Beschaffung von nicht weniger als 153 elektrischen Triebwagen verständigt. Zwischen 17 und 22 Milliarden Kronen werden dafür bewilligt. Zunächst geht die Bestellung von 90 Zügen in die Ausschreibung, so dass 2023/2024 die ersten bis zu 200 Stundenkilometer schnellen Fahrzeuge in den Betrieb gehen könnten, die auch für den Einsatz zwischen Kopenhagen und Sonderburg zur Verfügung stehen, wo die Strecke durchgehend elektrifiziert ist.

Im Rahmen der Vereinbarung wurde festgelegt, dass zu einem späteren Zeitpunkt weitere Züge bestellt werden können, die bis zu 250 Stundenkilometer schnell fahren. Diese sind für den Einsatz auf den Ausbaustrecken vorgesehen, die im Rahmen des Stundenmodells die Fahrzeiten auf eine Stunde zwischen großen Städten wie Aarhus. Odense und Kopenhagen verkürzen sollen.

Ein wesentliches Element im Abkommen ist, dass die neuen Züge nicht mehr in den Werkstätten der Dänischen Staatsbahnen (DSB) gewartet werden sollen, sondern in Regie der Hersteller der neuen Züge.

„Ich bin froh, dass eine breite Folketingsmehrheit hinter dem Einkauf der Züge steht. Diese werden den elektrischen Zugverkehr in Dänemark sicherstellen“, so Transportminister Ole Birk Olesen (Liberale Allianz), der auch unterstreicht, dass sich alle beteiligten Parteien einig seien, dass die Wartung der Züge den Herstellern überlassen werden soll.

Die Politiker ziehen damit die Konsequenzen aus dem Fiasko mit den IC4-Dieseltriebzügen, die – vom Hersteller in Italien mit Pannen behaftet geliefert – von den DSB-Werkstätten niemals in einen voll betriebstauglichen Zustand gebracht werden konnten.
In der Vereinbarung über die Ausschreibung der Zugbeschaffung wurde auch festgelegt, dass die neuen Züge die internationalen Anforderungen hinsichtlich der Behindertenfreundlichkeit erfüllen.

Nach Angaben aus Verhandlungskreisen werden die neuen Züge allesamt auf die aktuell ins Stocken geratende neue Signal- und Sicherheitstechnik ERTMS ausgerichtet. So besteht auch Aussicht, dass mit Lieferung der ersten neuen Züge die erste dänische Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Kopenhagen und Ringsted mit Tempo 200 – und später sogar mit 250 km/h befahren werden kann, wofür die Strecke ausgerichtet ist, die voraussichtlich im kommenden Jahr in Betrieb gehen kann.

Neue Triebwagen mit Technik für Grenzverkehr

„Ein Teil der neuen elektrischen Züge wird so gebaut, dass Fahrten über die deutsch-dänische Grenze möglich sein werden“, hat der verkehrspolitische Sprecher der Venstre-Folketingsfraktion, Kritian Pihl Lorentzen, gegenüber dem Nordschleswiger unterstrichen. Es sei vereinbart worden, dass ein Teil der neuen Züge sowohl für das Bahnstromsystem in Dänemark (25 KV, 50 Hertz) und in Deutschland (15 KV, 16,7 Hertz) ausgerichtet werden.

Bisher können die elektrischen Personenzüge die deutsch-dänische Stromgrenze in Pattburg nicht überqueren. Es fahren nur Zweisystemgüterzogloks grenzüberschreitendend. „Die neuen Züge sind auch für den Verkehr auf der Fehmarnverbindung ausgerichtet“, so Kristian Pihl Lorentzen.

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Letzte Änderung am Donnerstag, 01 Februar 2018 15:43

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