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Mittwoch, 30 März 2016 09:29

Italien: Ferrovie Sud Est unter Verdacht der Korruption

Die Untersuchung der Zustände bei der Ferrovie Sud Est - das Unternehmen hat Schulden von 311 Mio. Euro u. a. aufgrund großzügig vergebener Beraterleistungen - führt inzwischen bis in die Umgebung des Vatikan.

Der Anwalt Angelo Schiano habe laut "il Fatto Quotidiano" seit dem Jahr 2001 vom EVU Ferrovie Sud Est EUR 27 Mio. Euro bekommen, weiter 15 Mio. sollen ihm angeblich noch zustehen. Mangels einer Rechtsabteilung sei 2001 der Entschluss gefallen, die Kanzlei von Angelo Schiano mit allen rechtlichen Fragen des Unternehmens zu befassen. Laut den Wirtschaftsprüfern von Deloitte hätte sich über die Jahre eingebürgert, gegen jederlei gerichtliche oder behördliche Entscheidungen Berufung einzulegen, auch wenn die Rechtslage schon längst klar gewesen sei. Aufgrund von Geschäftsverbindungen des Anwalts Schiano zu Gesellschaften im Vatikanstaat - z.B. zur 'Missionari della carità politica' - wollen die Staatsanwälte mittels Rechtshilfeersuchen feststellen, ob er Konten bei der Vatikanbank IOR besitzt.

In den letzten zehn Jahren habe die Auslagerung von Dienstleistungen das Unternehmen 272 Mio Euro gekostet, davon 26 Mio Euro allein im Jahr 2015. Der 2013 angemietete Sitz in der Hauptstadt Rom - Unternehmenssitz ist Bari - musste auf Druck des Betriebsrats 2014 gekündigt werden. Das Büro kostete EUR 280.000 jährlich.
Auch den italienischen Repräsentanten der polnischen Gesellschaft VARSA drohen Strafprozesse. Laut den Ermittlern seien die ATR 220 zu aufgeblasenen Preisen verkauft worden.

GK, Quelle Il Fatto Quotidiano

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