Niederlande: Angespannter Arbeitsmarkt führt zu Taktverlängerungen


Fotos NS.
In den Niederlanden zeichnet sich ein Personalmangel ab, der bereits zu chaotischen Situationen am Flughafen Schiphol während der Maiferien geführt hat. Auch die NS bekommt die Folgen des angespannten Arbeitsmarktes zu spüren.
Wegen des Mangels an Aufsichtspersonal muss die Niederländische Eisenbahn NS den Zehn-Minuten-Takt auf der Strecke Arnheim - Schiphol - Rotterdam, der im Dezember eingeführt wurde, ab dem 13. Juni vorübergehend auf einen Viertelstundentakt reduzieren.
Dies ist angesichts der derzeit geringen Fahrgastzahlen für diese Linie ausreichend und wird die Auswirkungen auf die Fahrgäste vorerst begrenzen. Die Aussichten sind nicht rosig, so dass die NS in diesem Sommer möglicherweise weitere Maßnahmen ergreifen muss und in ihrem geplanten Wachstum behindert wird. NS hat in letzter Zeit seine laufende Rekrutierung erheblich ausgeweitet.


Peter Metselaar (60), angehender Lokführer: "Ich habe 41 Jahre lang bei der Polizei gearbeitet. Als die nationale Polizei gegründet wurde, konnte ich mich nicht mehr zurechtfinden und suchte nach etwas, wo ich die Energie und den Spaß wiederfinden konnte. Das ist es, was die NS geworden ist. Sie sind offen für Menschen im hohen Alter. Es hat lange gedauert, bis ich darüber nachgedacht habe, aber wenn man diesen Schritt einmal getan hat, stehen einem so viele Türen offen, dass das Leben viel mehr Spaß macht. Der Übergang war gewaltig. Ich fand mich in einer völlig anderen Welt wieder, die mir nicht vertraut war. Es ist faszinierend, einen solchen Zug zu fahren. Es fühlt sich auch nicht wie Arbeit an. Es macht mir Spaß, und es gibt mir Energie."
Die Zahl der offenen Stellen für Triebfahrzeugführer ist derzeit am höchsten. Wenn es die Zahl der Fahrgäste erlaubt, kann die NS kürzere Züge als üblich einsetzen. Schließlich arbeiten weniger Schaffner in einem kürzeren Zug. Auf diese Weise vermeidet die NS, den Fahrplan auf mehreren Linien anpassen zu müssen.
Eelco van Asch, Mitglied des NS-Vorstands: "Wir haben in letzter Zeit hohe Anforderungen an unsere Kollegen gestellt, die dafür gesorgt haben, dass das Unternehmen weiterläuft. Viele NS-Beschäftigte sind mit ihrer Arbeit zufrieden. Unsere Lokführer sagen manchmal, dass sie die beste Aussicht in den Niederlanden haben, aber gleichzeitig ist es ein Beruf, der viel Wissen und handwerkliches Geschick erfordert. Das gilt auch für unsere Vorgesetzten und alle 20.000 anderen Kollegen bei NS. Sie verdienen eine große Anerkennung für ihre Arbeit."
850 neue Aufsichtspersonen und Triebfahrzeugführer im Jahr 2021
"Im Jahr 2021 haben wir mehr als 850 Personen zu Triebfahrzeugführern und Aufsichtspersonen ausgebildet haben, aber wir hatten Platz für mehr als 1.000. In diesem Jahr haben bereits 220 Personen eine Ausbildung zum Zugführer oder Zugbegleiter begonnen. Derzeit sind jedoch mehr als 500 Ausbildungsplätze verfügbar." Während der Ausbildung werden sie von NS beschäftigt und erhalten eine bezahlte Ausbildung. Auch die Möglichkeiten der Teilzeitarbeit für Zugpersonal wurden kürzlich erweitert, was den Beruf für mehr Menschen attraktiv macht.
Die NS hat derzeit insgesamt 1100 offene Stellen, verteilt auf alle Geschäftsbereiche und alle Berufsgruppen im Zug, am Bahnhof, in der IT oder im Büro.
Enge größer als erwartet
NS war auf die Abwanderung von Mitarbeitern vorbereitet, z. B. durch (Früh-)Pensionierung, Abgangsregelungen und das Wachstum einiger Abteilungen wie der IT-Abteilung. Die NS hatte ihre Rekrutierung in Übereinstimmung mit diesen Erwartungen gestaltet. Hinzu kommt, dass die krankheitsbedingten Fehlzeiten infolge von Corona und der Grippewelle noch höher waren als normal. Die Knappheit auf dem Arbeitsmarkt nach Corona ist viel größer, als Experten im Vorfeld erwartet haben. Die Zahl der neuen Kollegen ist daher viel geringer als erwartet. Auch nachdem die NS in den letzten Monaten zusätzliche Werbemaßnahmen, z. B. im Fernsehen, im Radio, im Internet und in den sozialen Medien, durchgeführt haben.
Zweite Karriere für umsteigende Passagiere
Die Auswirkungen für die Fahrgäste sind derzeit am größten, da viele Stellen unbesetzt sind. Darüber hinaus benötigt die NS dringend Lokführer, Mechaniker, Sicherheits- und Servicepersonal, IT-Personal und Einzelhandelsmitarbeiter in den Bahnhöfen. Der Beruf des Triebfahrzeugführers oder Fahrdienstleiters war schon immer attraktiv für Menschen, die eine zweite Karriere anstreben. Viele neue Triebfahrzeugführer waren zuvor als Bus- oder Taxifahrer, aber auch als Mechaniker oder Logistiker tätig. Viele der neuen Chefdirigenten waren zuvor im Gastgewerbe, in der Veranstaltungsbranche oder im Einzelhandel tätig.
Seit 2020 interessieren sich immer mehr Frauen für den Beruf der Lokführerin oder der Zugführerin. Heute sind ein Drittel der Dirigenten Frauen. Bei den Triebfahrzeugführern sind es immer noch 7,5 %. NS sieht hier viele Möglichkeiten.
Kollegen auf der Suche nach neuen Kollegen
Verschiedene Kollegen haben sich ebenfalls auf die Suche nach ihren zukünftigen Kollegen gemacht und teilen über die sozialen Medien mit, wie es ist, bei NS zu arbeiten. So wie der Zugführer Swenn, der jeden Tag seine Erlebnisse im Zug auf Instagram teilt, und der Zugführer Peter, der jede Woche einen Jobtipp auf Instagram teilt.
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