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Samstag, 03 Februar 2018 16:00

Frankreich: Duron-Bericht zieht Elektrifizierung Angoulême - Royan in Zweifel

Im Duron-Bericht zur Zukunft des französischen Eisenbahnnetzes, der am Donnerstag der Verkehrsministerin Elisabeth Borne vorgelegt wurde, wird vorgeschlagen, die Elektrifizierung der Eisenbahnlinie Angoulême - Saintes - Royan aufzugeben. Die regionalen Politiker sind verärgert.

Das Projekt zur Elektrifizierung der Strecke Angoulême - Saintes - Royan zielt darauf ab, im Zusammenhang mit der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke LGV Sud Europe Atlantique (Tours - Bordeaux), an der Festival-Ort Angoulême liegt, eine oder zwei direkte TGV-Verbindungen pro Tag zwischen Paris und Royan zu ermöglichen. Der Duron-Bericht ist nicht von der Nützlichkeit des Projekts überzeugt und schlägt vor, "es nicht weiterzuverfolgen".

Dominique Bussereau, Präsident des Bezirksrats Charente-Maritime und ehemaliger Staatssekretär für Verkehr unter der Regierung Nicolas Sarkozy/François Fillon, kommentierte dies: "Ich bin wütend." Über zehn Jahre Arbeit im Departements und der Region würden damit begraben.

Er ist mit dem Projekt verbunden ist, das von Manuel Valls im Jahr 2015 unterzeichnet und von Elisabeth Borne als Präfektin der Region Poitou-Charentes gemeinsam vorbereitet wurde. 150 Mio. Euro, aufgeteilt auf die beiden Departements, die Region und den Staat, waren veranschlagt.

Royan sei das einzige Ziel am Meer, das nicht von einem TGV angefahren wird, und der Umstieg zwischen TGV und TER in Angoulême schade dem Cognaçais. Michel Gourinchas, Bürgermeister von Cognac, spricht von einer "Verachtung der Gebiete außerhalb des französischen Mutterlandes", die Wirtschaft und Tourismus schade.

Als einzigen Trost zitiert die Zeitung Charente Libre die Worte von Elisabeth Borne: Sie erklärte gegenüber Bussereau, "dass ein Planvertrag nicht durch einen Bericht zurückgezogen werden kann."

WKZ, Quelle Charente Libre

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