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Montag, 23 Mai 2022 08:00

Norwegen: Vygruppen wird zur Abgabe von Angeboten für das Paket Østlandet 1 aufgefordert

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Foto Jernbanedirektoratet/Njål Svingheim.

Die norwegische Eisenbahnverwaltung Jernbanedirektoratet wird mit Vygruppen, der Nachfolgegesellschaft der früheren Staatsbahn NSB, die Direktvergabe über das Paket Østlandet 1 rund um Oslo verhandeln. Dies gab Jernbanedirektor Knut Sletta bekannt, nachdem das Ausschreibungsverfahren der ehemaligen Verkehrspakete 4 und 5 schon im November vergangenen Jahres von der neuen Regierung abgesagt worden war.

Nach einer Qualitäts-, Wirtschaftlichkeits- und Risikobewertung hat sich die norwegische Eisenbahndirektion dafür entschieden, Vygruppen zu Verhandlungen über den Betrieb von Nah- und Regionalzügen auf einer Reihe von Strecken im Raum Oslo, genannt Østlandet 1, einzuladen. Die Vergabe wird spätestens in der ersten Hälfte des Jahres 2023 erfolgen, wobei der Betrieb im Dezember desselben Jahres aufgenommen werden soll.

"Wir haben mit Vygruppen und Flytoget einen guten Dialog darüber geführt, worauf sie sich bei den Verhandlungen stützen können, und haben außerdem die früheren Angebote beider Unternehmen für den Betrieb dieser Strecken geprüft. Unserer Einschätzung nach hat Vygruppen die besten Voraussetzungen für eine Direktvergabe von Østlandet 1. Sie sind preisgünstiger, haben eine hohe Servicequalität für die Kunden und es ist mit einem geringen Risiko verbunden, ihnen eine Direktvergabe zu erteilen, da sie bereits auf diesen Strecken tätig sind", sagt Sletta.

Zwei Direktvergaben Østlandet

Ende März dieses Jahres wurde das Jernbanedirektoratet vom Verkehrsministerium beauftragt, direkt vergebene Verkehrsverträge mit Vygruppen oder Flytoget für den Zugverkehr Østlandet abzuschließen, die in zwei Verträge aufgeteilt wurden: Østlandet 1 und Østlandet 2. Die Prämisse war, dass das Verfahren die Gleichbehandlung der beiden staatlichen Unternehmen sicherstellen sollte.

"Sobald Vygruppen Anfang Juli sein Angebot vorgelegt hat, werden wir Verhandlungen dazu führen. Hier werden wir ein anspruchsvoller Käufer im Interesse des Staates und der Reisenden sein. Das Ziel ist ein attraktives Zugangebot, das sich unter anderem durch eine hohe Kundenzufriedenheit, eine gute Abstimmung mit anderen öffentlichen Verkehrsmitteln und nicht zuletzt durch gute Verfahren für die Behandlung von Abweichungen auszeichnet", so der Bahndirektor

30 Millionen Reisende

Die Zugverbindungen, die in Østlandet 1 enthalten sind, haben laut Verkehrszahlen aus dem Jahr 2019 rund 30 Millionen Fahrgäste pro Jahr. Der Verkehrsvertrag wird eine Laufzeit von acht Jahren haben, mit der Möglichkeit einer Verlängerung um zwei Jahre.

Im Laufe dieses Jahres wird Jernbanedirektoratet entscheiden, mit wem es über das verbleibende Paket Østlandet 2 verhandeln wird.

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Fakten

Østlandet 1 (auf der Karte rot)
• Nahverkehrszüge (L-tog) Spikkestad/Asker - Lillestrøm
• Nahverkehrszug (L-tog) Stabekk/Oslo S - Ski
• Regionalzug (R-tog) Oslo S - Hakadal/Jaren
• Regionalzug (R-tog) Stabekk - Moss
• Regionalzug (R-tog) Oslo S- Mysen/Rakkestad
• Regionalzug (R-tog) Oslo S - Ski
• Regionalexpresszug (RE-tog) Oslo S - Halden
• Regionalexpresszug (RE-tog) Oslo S - Gjøvik
• Das Gebiet "Østlandet 1" sind die rot markierten Linien.

Østlandet 2
• Regionalexpresszug (RE-tog) Skien-Eidsvoll
• Regionalexpresszug (RE-tog) Drammen-Lillehammer
• Regionalzug (R-tog) Kongsberg-Eidsvoll
• Regionalzug (R-tog) Drammen-Dal
• Regionalzug (R-tog) Asker-Kongsvinger
• Regionalzug (R-tog) Notodden-Porsgrunn (Bratsbergbanen)
• Der Vertrag könnte den derzeit von Flytoget betriebenen Dienst spätestens ab 2028 umfassen.

Bengt Dahlberg, WKZ, Quelle Jernbanedirektoratet

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