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Montag, 13 Juni 2022 08:00

Norwegen: Einseitig festgefrorene Ladungsrückstände im Erzwagen führten zur Entgleisung auf der Ofotbanen

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Fotos: Statens havarikommisjon.

Am Donnerstag, den 9. Dezember 2021, entgleiste gegen 04.00 Uhr ein Erzwagen im Bahnhof Straumsnes in Richtung Schweden. Die Entgleisung wurde von einem der Detektoren von Bane NOR entdeckt und der Zug wurde angehalten und überprüft. Der Triebfahrzeugführer führte eine Sichtkontrolle des Zuges durch, fand aber keinen entgleisten Wagen.

Der Zug fuhr dann sechs Kilometer weiter bis zum Bahnhof Rombak, wo er erneut von einem Entgleisungsdetektor erfasst wurde. Bei der erneuten Überprüfung des Zuges wurde festgestellt, dass Wagen 12 entgleist war. Der entgleiste Waggon hatte große Schäden an der Infrastruktur verursacht.

Die Untersuchung der Unfalluntersuchungsstelle hat ergeben, dass die Ursache der Entgleisung darin lag, dass der entgleiste Wagen abgeschert war, so dass sich die Radlast verringerte und die Entgleisung in einer Kurve erfolgte.

In der Zeit vor der Entdeckung herrschte kaltes Wetter, was zum Einfrieren von Erzrückständen beitragen kann. Als Folge der Entladungsmethode (siehe unten) fror das Erz hoch oben an einer Seite des Waggons ein. Es wurde kein Bedarf für eine Sichtkontrolle der Wagen vor dem Verlassen von Narvik festgestellt, und es gab auch keine festgelegten Verfahren dafür.

Das Detektorsystem von Bane NOR im Bahnhof Straumsnes hatte eine zunehmende Neigung des Zuges festgestellt und registriert. Dieser Melder wurde nicht programmiert, um vor gefährlichen Fehlern dieser Art zu warnen. In ähnlicher Weise wurde einer der Detektoren von Trafikverket in Schweden so eingestellt, dass er nur vor dem Gewicht des Zuges warnt, nicht aber vor schiefer Beladung. Der gefährliche Zustand hat sich also entwickelt, ohne dass ein Meldesystem Alarm schlug, so dass keine Maßnahmen ergriffen wurden.

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Fotos: Statens havarikommisjon.

Nach dem Unfall hat die Unfalluntersuchungskommission eine Sicherheitsempfehlung zur Verwendung von Detektordaten herausgegeben.

Sicherheitshinweis Bahn Nr. 2022/03T

9. Dezember 2021 0315 Uhr Railcare Tag AB 42601 im Bahnhof Straumsnes auf der Ofotbanen.

Die Ursache der Entgleisung war ein schief stehender Erzwagen. Die Schrägladung wurde vom Detektorsystem von Bane NOR SF erkannt, aber das System war nicht so konfiguriert, dass es vor der Gefahr warnte.

Die staatliche Unfalluntersuchungskommission empfiehlt der staatlichen Eisenbahnaufsichtsbehörde, Bane NOR SF aufzufordern, Systeme einzurichten, die sicherstellen, dass gefährliche Zustände, die von den Detektionssystemen auf der Ofot-Eisenbahn festgestellt werden, dem zuständigen Eisenbahnunternehmen und der Verkehrsleitung gemeldet werden.

Erzwagen von Kaunis Iron

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Foto Werner Glaeseker.

Im Gegensatz zu den LKAB-Wagen, bei denen eine Bodenentladung stattfindet und das Erz nach unten aus dem Wagen fällt, was den "Löwenanteil" der Erztransporte auf der Erzbahn ausmacht, haben die für Kaunis Iron fahrenden Wagen jeweils eine kippbare Mulde, die zum Entladen an der einen Fahrzeugseite durch Führungsschienen angehoben und gekippt wird, während das Fahrgestell des Wagens beim Entladen ganz normal auf den Gleisen bleibt.

Die Entladung der Züge von Kaunis Iron, die von Railcare gefahren werden, findet nicht im LKAB-Terminal in Narvik statt sondern in einer Halle in Fagernes, wo sich in unmittelbarer Nachbarschaft auch das KV-Terminal befindet.

Werner Glaeseker, Bengt Dahlberg, Michael Sauer, WKZ, Quelle Statens havarikommisjon

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