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Mittwoch, 29 Juni 2022 11:33

Europäische Union: Reise- und Bahnindustrie arbeiten mit der Zivilgesellschaft zusammen und fordern die politischen Entscheidungsträger auf, auf die Schiene umzusteigen

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Fotos Connecting Europe Days.

Die europäischen Akteure des Eisenbahn- und Reisesektors, die Eisenbahnindustrie, die Zivilgesellschaft und die Fahrgastverbände fordern die europäischen Institutionen und die Mitgliedstaaten auf, jetzt mutige Maßnahmen zu ergreifen, um bis 2030 ein klimafreundliches Verkehrssystem zu schaffen. Ihr Aufruf wird auf den Connecting Europe Days in Lyon von Europe on Rail auf dem Panel "Boosting Passenger Rail Transport" (15:00h-16:30h CET) vorgestellt.

"Der Verkehrssektor ist bisher das Sorgenkind der europäischen Klimapolitik. Gerade weil der Luftverkehr kaum eine praktikable Lösung parat hat, kann die Schiene mit ihrer langen Tradition für schnelles und komfortables klimafreundliches Reisen auf langen Strecken in Europa sorgen", sagte Helena Fortea Colomé von Europe on Rail, einem Netzwerk von Think Tanks und zivilgesellschaftlichen Organisationen in ganz Europa. "Die Schiene kann das Dilemma lösen, Mobilität, eine grüne Wirtschaft und die Klimaziele zu fördern. Dafür muss Kommissar Vălean jetzt erhebliches politisches und finanzielles Kapital auf die Schiene verlagern."

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Der Aufruf enthält eine Vision für den Schienenverkehr, die bis 2030 verwirklicht werden soll, um das Klimaziel der EU zu erreichen, bis 2050 ein klimaneutraler Kontinent zu werden. Die Erklärung stützt sich auf die folgenden sechs Ziele:

1 Den Schienenverkehr zum Rückgrat einer nachhaltigen Mobilität machen.
2 Sicherstellung von Integration, Wettbewerbsfähigkeit und Erschwinglichkeit.
3 Gewährleistung der Anbindung, des Dienstleistungsniveaus und der Qualität der Infrastruktur.
4 Förderung einer umweltfreundlichen, integrativen, attraktiven, geschlechtergerechten und qualifizierten Industrie und Beschäftigung.
5 Gewährleistung von guter Regierungsführung, hoher Qualität, Zuverlässigkeit und Sicherheit.
6 Finanzierung und Investitionen in die Zukunft der Schiene.

Ruben Sansom, Koordinator für saubere Mobilität bei Generation Climate Europe, fügte hinzu: "Junge Europäer sind und werden am meisten von der Klimakrise betroffen sein. Gleichzeitig möchte man als junger Mensch den Kontinent bereisen und sich vernetzen. Europäische und nationale Politiker können dies ermöglichen und sich für mehr Nachhaltigkeit einsetzen. Sie müssen die Schiene an die erste Stelle setzen. Dafür brauchen wir erhebliche finanzielle und politische Investitionen - und zwar jetzt."

Die größte Herausforderung besteht heute darin, unsere Wirtschaft und Gesellschaft schnell zu dekarbonisieren, um dem Klimanotstand zu begegnen. Der Verkehrssektor ist im Hinblick auf die Erreichung der Klimaziele der Problemfall. Um die Emissionen des europäischen Verkehrssektors auf die 1,5°-Schiene zu bringen, müssen wir die Verlagerung des Personenverkehrs auf die Schiene im Mittel- und Langstreckenbereich vorantreiben. Eine starke und effiziente Koordinierung auf europäischer Ebene ist ebenfalls unerlässlich, um auf ein kooperatives Bahn-Ökosystem hinzuarbeiten, das bis 2030 allen europäischen Bürgern eine erschwingliche, integrative, sichere und umweltfreundliche Mobilität bietet.

Was die Fahrgäste betrifft, so betonte Josef Schneider, Vorsitzender des Europäischen Fahrgastverbands (European Passengers' Federation), dass "die Fahrgäste in der Lage sein wollen, sich autonom fortzubewegen und sich für nachhaltigere Lösungen zu entscheiden. Angesichts des Anstiegs der Reisetätigkeit nach der Pandemie sehen wir, dass wir eine deutliche Verlagerung auf klimafreundlichere Verkehrsmittel und Reisearten brauchen. Politische Entscheidungsträger und Investoren sollten diesen Wandel durch umfangreiche Investitionen in die Schieneninfrastruktur und in Dienstleistungen, die den Bedürfnissen aller gerecht werden, unterstützen."

Pressemeldung Europa on Rail/Connecting Europe Days

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