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Mittwoch, 14 Februar 2018 07:00

Frankreich: Flixbus mit 5,2 Mio. Reisenden, verurteilt aber den unlauteren Wettbewerb der SNCF

Das deutsche Überlandbusunternehmen FlixBus teilte am Dienstag (13.02.18) mit, dass es 2017 in Frankreich 5,2 Mio. Fahrgäste befördert habe. Gleichzeitig beklagte FlixBus die Wettbewerbsbedingungen mit Ouibus, der Tochtergesellschaft der SNCF. Die Wettbewerbsbehörde hatte bereits eine Beschwerde von Transdev, einem weiteren Konkurrenten im Busmarkt, in dieser Frage abgelehnt.

Seit August 2015 ist FlixBus weit verbreitet auf dem Markt für Reisebusse, der in Frankreich seit August 2015 für den Wettbewerb geöffnet ist. Die deutsche Gesellschaft beförderte im Jahr 2017 5,2 Mio. Passagiere. Die Zahl der beförderten Fahrgäste soll gegenüber 2016 um 60 % gestiegen sein, und zwar dank der 90 Strecken, die mehr als 180 Haltestellen bedienen. Seine Verbindungen umfassen fast ebenso viele Paris/Provinz (51%) wie Provinz/Provinz (49%) und verbinden mehr als die Hälfte der regionalen Hauptstädte miteinander.

Im Jahr 2018 plant FlixBus eine weitere Expansion mit 50 weiteren Haltestellen und 80 zusätzlichen Linien bei gleichzeitiger Erweiterung des Serviceangebots: Auswahl der Sitzplätze im Bus bei der Buchung, Geolokalisierung der Busse und kostenlose Unterhaltung an Bord für Passagiere, die über Wi-Fi anbindbar sind.

Der Generaldirektor von FlixBus France, Yvan Lefranc-Morin, verwies jedoch gleichzeitig auf Behinderungen in den wettbewerbsorientierte Marktbedingungen hin. Die SNCF-Tochter Ouibus würde von ihrem Mutterhaus bevorzugt werden. "Wenn Sie in 50% der Fälle in Bahnhöfen oder -Infrastrukturen anhalten müssen, die auf die eine oder andere Weise von Ihrem Konkurrenten verwaltet werden, ist das ziemlich kompliziert," erklärte er und bezeichnete den Zustand als "unvorstellbar".

In Deutschland sei die Lage entspannter, seit sich die Deutsche Bahn nach zweimal 15 Mio. Euro Verlust wieder aus dem Reisebusmarkt zurückgezogen und auf das Bahngeschäft konzentriert habe. Auf die Frage nach einer möglichen Beschwerde bei der Wettbewerbsbehörde antwortet Yvan Lefranc-Morin, dass "alle Optionen geprüft werden". Der private Betreiber Transdev, der Linien unter der Marke Isilines betreibt, hatte ein solches Verfahren gegen die SNCF eingeleitet, doch die Wettbewerbsbehörde wies die Beschwerde im Jahr 2017 mangels ausreichender Beweise zurück.

Obwohl die FlixBus-Gruppe, die in 26 Ländern präsent ist, 2017 den Break-even erreicht hat, ist Lefranc-Morin "nicht 100%ig zuversichtlich", dass sie dies in Frankreich bis 2018 auch tun kann. Während er sich weigerte, seine Verluste offenzulegen, versicherte Lefranc-Morin, dass FlixBus in Frankreich "unendlich weniger Geld" als Ouibus verloren hat.

In Frankreich musste sich der Fernreisebusmarkt nach dem Preiskampf der ersten Monate 2015 und 2016 umstrukturieren. Von den ursprünglich fünf Unternehmen sind nur noch drei übrig geblieben: FlixBus, Ouibus (SNCF) und Isilines (Transdev), und keiner von ihnen ist schon profitabel.

WKZ, Quelle Le Figaro, BFMTV

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