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Freitag, 29 Juli 2022 13:00

Spanien: LAV-Netz auf über 4.000 Kilometer angewachsen

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Foto JDL.

Ende 2021 umfasste das spanische Hochgeschwindigkeits-Netz (Lineas de Alta Velocidad – LAV) als längstes in Europa insgesamt 3769 Kilometer. Inzwischen wurden vier weitere Abschnitte eingeweiht, was dies auf 4040 Kilometer anwachsen liess.

Am 1. Juli kam der 7 km lange Normalspur-Tunnel in Madrid zwischen Chamartín und Puerto de Atocha in Betrieb, welcher endlich dank der Umfahrung unter dem Bahnhof von Atocha die LAV Netze im Norden und Süden der Metropole verbindet. Gleichzeitig wurde die zweite LAV-Doppelspur (28 km) zwischen Puerto de Atocha und der Verzweigung von Torrejón de Velasco eröffnet. Die LAV aus Sevilla/Malaga/Toledo und Valencia/Alicante (Levante) verfügen nun über separate Zufahrten nach Madrid. Damit werden die weiterhin einzigen durchlaufenden ALVIA-Verbindungen zwischen der Levante und Asturien dank Entfall des zweimaligen Spurwechsels und des Haltes in Atocha beschleunigt.

Noch werden keine direkten AVE-Züge zwischen Galicien und dem Süden angeboten. AVE-Verbindungen aus Barcelona via Madrid Richtung Galicien oder Asturien sind erst möglich nach dem vorgesehenen Bau einer separaten Verbindung im Zulauf nach Atocha.

Am 19. Juli wurde im äussersten Westen Spaniens der erste Abschnitt der LAV Extremadura zwischen Badajoz und Plasencia eröffnet. 150 km, 1668 mm Doppelspur, elektrifiziert 2x25 kV~, V/max. 350 km/h, Signalisierung ASFA digital; betriebliche V/max. deshalb 200 km/h, Inbetriebnahme der vollständigen Elektrifikation erst 2023. Drei Zugpaare täglich, je ein ALVIA/IC Madrid – Badajoz und ein RE Plasencia – Merida – Huelva. Dem Vernehmen nach setzt CP ab 31. Juli ein neues Regionalzugspaar Entroncamento – Elvas – Badajoz ein, wodurch Madrid und Lissabon zweimal täglich in knapp 11 Std. wieder per Bahn verbunden sind. Allerdings mit Umsteigen in Badajoz und Entroncamento, einmal lediglich mit RE-Anschluss für den spanischen Abschnitt. Durchgehende Fahrpläne oder Tickets sucht man noch vergebens.

Seit 21. Juli nähert sich das LAV-Netz mit der Eröffnung des eingleisigen normalspurigen Abschnitts (87 km) Venta de Baños – Burgos Rosa Manzano weiter Europa an. Dieser schliesst an die Strecken Madrid – Medina de Campo – Galicien sowie Valladolid – Venta de Baños – León – Asturien an und verläuft weitgehend parallel zur breitspurigen Bestandesstrecke.

Aktuelles Angebot: ein AVE Burgos – Madrid und drei ALVIA Bilbao/San Sebastian – Madrid, teilweise als Flügelzug geführt. Zur gleichen Zeit wurde die Ausschreibung für den LAV-Abschnitt Burgos – Vitoria-Gasteiz gestartet, womit gegen 2030 das im Bau befindliche baskische Dreieck Vitoria – Bilbao / San Sebastian mitsamt dem Ausbau der Bestandeslinie auf drei Schienen bis Irun – Hendaye (F) den Anschluss an Europa ermöglichen wird.

Die LAV León – Asturien, im Bau seit mehr als 15 Jahren wegen der geologischen Schwierigkeiten im doppelröhrigen Pajares-Tunnel, soll erst 2023 in Betrieb gehen. Eine Röhre Breitspur, eine Röhre mit drei Schienen, wird sie primär dem Güterverkehr dienen.

Erläuterungen

• AVE bis 350 km/h schnell (noch) nicht spurwechselfähig,
• ALVIA 250 km/h schnell spurwechselfähig, mit Talgo S 730 auch Dieselantrieb.

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