Am vergangenen Dienstag weigerte sich das Personal der Deutschen Bahn zum dritten Mal innerhalb von zwei Monaten, einen Zug der Tschechischen Bahn auf der internationalen Verbindung Praha - Berlin - Hamburg/Kiel zu übernehmen. Etwa 300 Reisende mussten in Děčín bleiben und versuchen, einen Personenzug nach Bad Schandau und dann weiter ins Landesinnere zu kommen.
Die Reisenden, die am Dienstag den letzten Schnellzug von Praha nach Berlin nahmen, wurden um 18 Uhr in Děčín wegen Pannen an zwei Wagen stehen gelassen. Bei dem einen war es die Klimaanlage, bei dem anderen waren es Probleme nach einer Vollbremsung. Es waren noch fünf Wagen übrig, aber der Verkehr wurde ausgesetzt. Ein Personenzug brachte gestrandete Reisende zumindest über die Grenze nach Deutschland. Aber wer weiter als Dresden fuhr, musste am Bahnhof übernachten.
"Weil dem Zug zwei Waggons fehlen würden, weigerte sich das deutsche Zugpersonal, den Zug zu übernehmen und nach Deutschland weiterzufahren", schilderte Petr Št'ahlavský, Sprecher der Tschechischen Bahn gegenüber Česká televize und Železnice Dopravy. "Ab dem 16. Juli bis auf weiteres, voraussichtlich bis Ende September, werden gemäß der Entscheidung von DB Fernverkehr EC-Züge der Linie Ex 5 nicht übernommen, wenn mehr als ein Sitzwagen in der Zuggarnitur fehlt", heißt es in einem internen ČD-Dokument. Hinzu kommt, dass die ČD noch immer nicht über genügend moderne Wagen verfügt.
Die erste Ablehnung erfolgte am 19. Juni, als die DB den aus Ungarn kommenden EC 172 nicht übernahm, dessen Waggons dem Betreiber MÁV-Start gehörten. Grund dafür war das Fehlen einer effizienten Klimaanlage im gesamten Zug. Es gab zwei weitere Fälle in Zügen der Tschechischen Bahn: am 5. August wegen einer nicht funktionierenden Klimaanlage in zwei Waggons und am Dienstag wegen eines Defekts an der Klimaanlage. "Unserer Meinung nach gab es in diesem Fall keinen Grund, die Wagen in Děčín nicht weiterfahren zu laassen, der Defekt gefährdete die Sicherheit des Betriebs nicht und der Zug konnte unserer Meinung nach seine Fahrt nach Berlin fortsetzen", sagte Šťáhlavský über die Ablehnung am 5. August. Im Falle des Problems von dieser Woche sei der Fehler erst während der Fahrt aufgetreten.
"Es tut mir leid für die Passagiere. Die ČD wird den Zustand der Fahrzeuge stärker überwachen. Die tschechischen Bahnen verhandeln mit ihrem deutschen Partner, und ich habe die Zusicherung erhalten, dass nichts diese weiteren Beziehungen notwendigerweise erschweren sollte", sagte Verkehrsminister Martin Kupka.
WKZ, Martin Kubík, Quelle Česká televize, Železnice Dopravy