english

Montag, 19 Februar 2018 07:05

Spanien: Letzte Elektrifizierungslücke zwischen Paris und Lissabon wird geschlossen

Der spanische Infrastrukturbetreiber Adif hat den Aufrag für die Elektrifizierung der 107 km langen Strecke von Salamanca nach Fuentes de Oñoro mit 25 kV Wechselspannung an das aus Enclavamientos y Señalización Ferroviarias und Sociedad Española de Montajes Industriales bestehende Joint Venture erteilt.

Die Kosten für die 42 Monate dauernden Arbeiten sind auf 66 Millionen Euro veranschlagt. Darin enthalten ist auch die Erneuerung der übrigen Infrastruktur mit Ertüchtigung für 200 km/h. 

Der spanische Grenzbahnhof Fuentes de Oñoro liegt zwei Kilometer ausserhalb des portugiesischen Grenzbahnhofes Vilar Formoso und wird bereits vom Fahrdraht aus Portugal erreicht. Nach Inbetriebnahme steht die gesamte Strecke von Paris bis Lissabon unter Fahrdraht.

Im Dezember 2015 wurde der elektrische Betrieb ebenfalls mit 25 kV auf der zweitletzten Stromlücke, den 71 km von Medina del Campo nach Salamanca, in Betrieb genommen. Künftig werden Hochgeschwindigkeitszüge die Neubaustrecke von Madrid in Richtung Zamora bei Medina del Campo verlassen und weiter nach Lissabon fahren können. In Portugal auf der Gebirgslinie Linha da Beira Alta mit gemächlicher Geschwindigkeit.

Heute befährt mit den in Medina del Campo vereinten Nachtzügen Sud Express und Lusitánia von Irún und Madrid nach Lissabon ein einziger Reisezug die Strecke von Salamanca nach Vilar Formoso. Er verkehrt bereits ab Medina del Campo mit einer Euro 3000 unter Fahrdraht bis Salamanca, damit dort nicht umgespannt werden muss.

Umso wichtiger ist die internationale Strecke im Güterverkehr für die portugiesischen Takargo und Medway. Beide Güterbahnen setzen wegen der im übrigen Spanien bestehenden 3 kV Gleichspannung allerdings Diesellokomotiven des Typs Euro 4000 ein. Somit auch unter Fahrdraht auf den 20 ‰ Steigung von Pampilhosa nach Guarda.

Jürg Streuli

Zurück

Nachrichten-Filter