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Freitag, 02 September 2022 08:00

Niederlande: Fünf Ingenieurbüros arbeiten an drei ERTMS-Korridoren

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Fotos ProRail.

Der niederländische Infrastrukturverwalter ProRail hat fünf Ingenieurbüros mit der Planung von ERTMS auf drei Korridoren beauftragt. Bei den Korridoren handelt es sich um die Nordlinien (ENL), Hanzelijn - Lelystad (EHL) und Schiphol - Amsterdam - Almere - Lelystad (ESAAL).

Am 29. August vergab ProRail den endgültigen Auftrag für Ingenieurleistungen zur Planung von drei ERTMS-Korridoren. ProRail bildet zu diesem Zweck eine Wissensallianz mit den fünf Ingenieurbüros Arcadis, Movares, Nexus Rail, Royal HaskoningDHV und Sweco. Bei den Korridoren handelt es sich um die Noordelijke lijnen (ENL), Hanzelijn - Lelystad (EHL) und Schiphol - Amsterdam - Almere - Lelystad (ESAAL).

ERTMS ist das künftige digitale Zugsicherungssystem der niederländischen Eisenbahnen und ersetzt ATB, das derzeitige analoge Sicherungssystem. Mit ERTMS können Züge leichter Grenzen passieren. Und es erhöht die Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Sicherheit.

Die Aufträge umfassen die Ingenieurleistungen für den gesamten Planungsprozess. Vom Entwurf bis zur Prüfung und Inbetriebnahme. Alles, was notwendig ist, um ein nachweislich sicheres ERTMS-System zu erhalten.

Wissensallianz

Bei den drei genannten Korridoren werden die Partner in einer Wissensallianz zusammenarbeiten, wie es bereits beim Abschnitt Kijfhoek - belgische Grenze getan wurde. Die Wissensallianz ermöglicht den Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen den verschiedenen Projekten: zwischen den Ingenieurbüros selbst und mit ProRail.

Sie ist auch eine Plattform für den Wissenstransfer mit dem Systemlieferanten Thales. Auf diese Weise können die Ingenieurbüros so schnell wie möglich alle Ingenieurleistungen selbständig erbringen. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für die rasche Verwirklichung des ERTMS-Programms und die landesweite Einführung.

Verschiedene Lose

Aufgrund des erforderlichen Wissenstransfers und der komplexen Planung wurde eine kombinierte Ausschreibung für ENL, EHL und ESAAL gewählt. Dadurch ist es möglich, Teile verschiedener Projekte in einem Los zusammenzufassen. Dies ist eine gute Ergänzung zu den vorhandenen Kapazitäten der Ingenieurbüros und eine Grundlage für die Erweiterung ihrer Kapazitäten.

Die verschiedenen Lose wurden wie folgt vergeben:

• Arcadis: Teilkorridor Harlingen Haven - Leeuwarden, Rangierbahnhof Leeuwarden und Teilkorridor Amsterdam Muiderpoort - Weesp - Hilversum
• Movares: Teilkorridor Almere Oostvaarders - Rangierbahnhof Lelystad (einschließlich Rangierbahnhof) und Teilkorridor Hoofddorp - Schiphol - Diemen
• Nexus Rail: Teilkorridor Leeuwarden - Stavoren und Teilkorridor Leeuwarden - Groningen
• Royal HaskoningDHV: Abstellbereich Lelystad - Knotenpunkt Hattemerbroek und Teilkorridor Weesp - Almere Oostvaarders
• Sweco: Teilkorridor Groningen - Roodeschool/Delfzijl, Teilkorridor Groningen - Nieuwschans/Veendam und Rangierbahnhof Groningen.

Entwurf und Entwicklung

Bei allen Projekten (einschließlich der Grenze zwischen Kijfhoek und Belgien) wird das neueste ERTMS-System zum ersten Mal in den Niederlanden eingesetzt. Dieses System wird entwickelt, während die Ingenieurbüros bereits an der Planung der Gleisabschnitte arbeiten.

Die enge Zusammenarbeit zwischen den Ingenieurbüros und ProRail stellt sicher, dass ERTMS bei allen Projekten auf die gleiche Weise angewendet wird. Dadurch werden unterschiedliche Situationen für Triebfahrzeugführer, Fahrdienstleiter und Wartungspersonal vermieden.

Vom Denken zum Handeln

Mirjam van Velthuizen-Lormans, CFO ProRail: "Mit ERTMS treten wir in eine neue Phase ein, vom Denken zum Handeln", sagt Mirjam van Velthuizen-Lormans, CFO von ProRail. "Diese Auszeichnung für das Ingenieurbüro ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur tatsächlichen Einführung der digitalen Zugsicherheit. Die Einführung des ERTMS ist eine unserer größten Aufgaben überhaupt. Wir freuen uns, dies gemeinsam mit den Fachleuten der Ingenieurbüros zu tun. Gemeinsam leisten wir einen wichtigen Beitrag für die Bahn von morgen."

Kritischer Erfolgsfaktor

Riet Schroven, Projektleiter, fügt hinzu: "Die Einführung von ERTMS steht nun wirklich vor der Tür, wir werden auf einer Reihe von Streckenabschnitten konkret tätig werden. Es gibt viel zu tun, deshalb krempeln wir gemeinsam mit den Ingenieurbüros auf drei Abschnitten die Ärmel hoch. Gleichzeitig werden auch andere Gleisarbeiten für die Ingenieurbüros fortgesetzt. Der Arbeitsaufwand nimmt also zu. Dies erfordert von allen Teams Wachsamkeit und einen intelligenten Einsatz von Spezialisten. Eine gute Zusammenarbeit ist ein entscheidender Erfolgsfaktor".

Jules Draaijers, WKZ, Quelle ProRail

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