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Mittwoch, 21 Februar 2018 07:00

Frankreich: Regionen fürchten um ihre kleinen Linien

Nachdem Jean-Cyril Spinetta seinen Bericht zur Zukunft des französischen Eisenbahnsystems veröffentlicht hat, geht die Diskussion nicht nur um die neue Struktur der SNCF, den Status der Eisenbahner oder den Abbau der Schulden. Der Zustand des Netzes gilt als "extrem besorgniserregend", und die kleinen Linien, die als zu teuer und einer historischen Zeit abstammend betrachtet werden, sind auf dem Prüfstand. Werden die kleinen Linien mit ihren das Land durcheilenden Zügen verschwinden?

In der Region Centre-Val de Loire wären beispielsweise die Strecken Paris - Châteaudun - Vendôme - Tours, Chartres - Courtalain, Tours - Loches, Tours - Chinon, Salbris - Valençay und Bourges - Montluçon gefährdet. Sie sind in einer von 1 bis 9 reichenden Klassifizierung als "7 bis 9" eingestuft, wobei TGV-Strecken als 1 klassifiziert sind. "Es scheint undenkbar, 2 Mrd. Euro für nur 2 Mio. Passagiere auszugeben", heisst es im Spinetta-Bericht.

"Diese ungerechtfertigte Empfehlung würde der Region morgen die Verantwortung für die Finanzierung der notwendigen Arbeiten zur Aufrechterhaltung des Dienstes und der Finanzierung der Instandhaltung der Infrastruktur überlassen", wird Philippe Fournié, Regionalrat für Verkehr und Intermodalität, von Mag'Centre zitiert.

Eines der Ziele des Berichts Spinetta ist die Neuausrichtung der Eisenbahnen auf die Metropolen und die "Züge des Alltags", die die Menschen jeden Tag nehmen. Aber benötigt die Landbevölkerung der Region Centre-Val de Loire diese Züge nicht ebenso? Die Verlegung der Priorität für schnelle Züge würde in der Region derzeit nur Tours und Chartres betreffen, während Orléans, Blois, Bourges und Châteauroux abgeschnitten bleiben.

"Die Empfehlungen tragen das Zeichen der Missachtung des ländlichen Raums und seiner Bewohner", ergänzt François Bonneau.

WKZ, Quelle Mag'Centre

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Letzte Änderung am Mittwoch, 21 Februar 2018 07:16

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