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Dienstag, 13 September 2022 08:00

Niederlande: Der IC Amsterdam - Berlin wird schrittweise schneller gemacht

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Fotos NS.

Das Ministerium für Infrastruktur und Umwelt, ProRail, NS und ihre Partner in Deutschland arbeiten gemeinsam daran, den IC Amsterdam - Berlin ab Dezember 2023 zu beschleunigen. Dies wird schrittweise erfolgen und erfordert eine Untersuchung der Infrastruktur, um festzustellen, wie sie sich verhält, wenn schwerere Lokomotiven eingesetzt werden.

Durch schrittweise Anpassungen der niederländischen Eisenbahninfrastruktur, die Einführung eines neuen Fahrplans und den Einsatz weiterer Züge kann die Fahrzeit des Intercity Berlin um 30 Minuten verkürzt werden.

Neuer Fahrplan

Der Fahrplan für 2024 mit dieser verkürzten Fahrzeit beginnt am 10. Dezember 2023. Die Fahrt zwischen Amsterdam und Berlin dauert dann 5 Stunden und 50 Minuten.

Vorübergehende Anpassungen

Ende 2021 zeichnete sich ab, dass umfangreiche Anpassungen an der Infrastruktur nicht vor Dezember 2023 abgeschlossen werden können. Ohne Maßnahmen wäre die Verbindung schlechter. Die beteiligten Parteien haben untersucht, wie durch befristete und gestaffelte Maßnahmen der Prozess beschleunigt werden kann. Und sie hatten Erfolg.

Vorübergehende Anpassungen am Bahnhof Oldenzaal, die Überwachung eines Streckenabschnitts und der Einsatz von Mehrsystemzügen haben eine Beschleunigung im Dezember 2023 möglich gemacht. In der Zwischenzeit untersucht ProRail weitere Maßnahmen, um den Fahrplan robuster zu gestalten.

Anpassungen Oldenzaal

ProRail realisiert im Bahnhof Oldenzaal einen neuen Gleisabschnitt und einen vorübergehenden zusätzlichen Bahnsteig. Dort kann die Regionalbahn wenden. So kann der IC Berlin mit der erforderlichen Geschwindigkeit über die Durchgangsstrecke fahren und die Grenze rechtzeitig erreichen. Der Bahnsteig und die Gleise befinden sich auf der Nordseite, neben dem Busbahnhof. Der Baubeginn ist für den Herbst 2023 geplant.

Mehrsystemzüge

Die Deutsche Bahn hat Mehrsystemzüge, den ICE-L, bestellt. Diese bestehen aus Lokomotiven und Waggons. Sie können sowohl mit niederländischer (1500 V) als auch mit deutscher (15000 V) Spannung betrieben werden, ohne dass die Lokomotiven gewechselt werden müssen.

Die Auslieferung dieser Züge hat sich verzögert. Es wird erwartet, dass die Waggons vor den Lokomotiven fertiggestellt werden. Um noch bis Dezember 2023 von den Fahrzeiteinsparungen profitieren zu können, mietet NS International Mehrsystemlokomotiven an. Diese Lokomotiven können sowohl mit den jetzigen als auch mit den neuen Waggons fahren.

Gleisstabilität

Die neuen Lokomotiven sind schwerer als die jetzigen. Auf Abschnitten der Strecke Amsterdam - Berlin ist der Boden nachweislich nicht in der Lage, diese schwereren Lokomotiven mit der Streckengeschwindigkeit von 130 km/h zu betreiben. Dies geht aus Untersuchungen von ProRail hervor. Daher wird der Zug zwischen Amsterdam und Deventer auf diesen Abschnitten mit 100 Stundenkilometern fahren. Diese Geschwindigkeitsbegrenzung kann vorerst in den neuen Fahrplan auf niederländischer Seite übernommen werden.

Zwischen Deventer und der deutsch-niederländischen Grenze bei Oldenzaal gibt es im neuen internationalen Fahrplan jedoch keinen Spielraum mehr für eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Dies wird bald sieben schwerere Züge pro Tag und Richtung bedeuten. Das Risiko, dass die Strecke dadurch verändert wird, ist gering. Um die Sicherheit zu gewährleisten, wird jedoch ein Test auf diesem Streckenabschnitt durchgeführt. Dabei wird die Robustheit des Gleises und des Unterbaus überwacht, während der Zug mit Streckengeschwindigkeit fährt.

Bodenschichten und Wasserdruck

Wir werden die Auswirkungen der zusätzlichen Belastung auf die Bodenschichten und den Wasserdruck im Untergrund und im Gleiskörper überwachen. Wenn es dafür einen Grund gibt, ergreifen wir entsprechende Maßnahmen. ProRail nutzt die Informationen aus der Überwachung auch, um daraus zu lernen und um die Stabilität der Eisenbahnen in den Niederlanden wissenschaftlich zu untersuchen.

Künftige Maßnahmen

Die Überwachung der Bahnstrecke zwischen Deventer und der deutsch-niederländischen Grenze bei Oldenzaal ist eine vorübergehende Maßnahme. Für die Zukunft sind weitere strukturelle Maßnahmen erforderlich, u. a. aufgrund der Zunahme des Güter- und Personenverkehrs. ProRail erforscht weitere zukunftssichere Maßnahmen.

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, WKZ, Quelle ProRail

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