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Donnerstag, 22 September 2022 09:00

Niederlande: Deutsche Bahn besucht den ERTMS-Simulator von ProRail

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Fotos Pro Rail.

Eine Delegation der DB besuchte das ERTMS-Testzentrum von ProRail in Amersfoort. Während die DB ihn auf einer Teststrecke oder sogar auf einem "normalen Streckenabschnitt" testet, tut ProRail dies mit einem Simulator in Amersfoort.

Wer ein europäisches Zugsicherungs- und -steuerungssystem einführen will, muss dazu natürlich mit Partnern aus anderen europäischen Ländern zusammenarbeiten. Kürzlich besuchte eine Delegation der Deutschen Bahn ProRail zum Erfahrungsaustausch über Tests und Simulationen mit dem Europäischen Eisenbahnverkehrsleitsystem (ERTMS).

Während die Deutschen viele Tests "im Freien" auf Testgeländen durchführen, hat ProRail die ERTMS-Testumgebung in Innenräume verlegt. Der Besuch fand daher im RailCenter in Amersfoort statt, dem Ort, an dem ProRail zusammen mit Zulieferern ein ERTMS-Testzentrum eingerichtet hat. Hier konnten wir zeigen, wie dieses Sicherheits- und Kontrollsystem bereits funktioniert und welche neuen Entwicklungen wir testen.

In den kommenden Jahren wird ProRail das derzeitige Zugsicherungssystem ATB durch ERTMS, den europäischen Standard für Zugsicherheit und -steuerung, ersetzen. ERTMS ist die digitale Eisenbahnplattform der Zukunft. Ihre Einführung betrifft den gesamten Eisenbahnsektor.

"Zusammenarbeit ist die Grundlage von ERTMS", sagte Karel van Gils, Direktor von Innovatie & Technologische Vernieuwing ProRail, während des Besuchs. "Als ProRail haben wir viel Energie in diese Zusammenarbeit gesteckt. Sowohl mit der Regierung, den Verkehrsbetrieben und Zulieferern als auch international. Vor dem Sommer haben wir auch eine Gruppe von Kollegen von Network Rail empfangen. Die Niederlande sind klein genug, um die Digitalisierung zu beschleunigen."

"Unsere östlichen Nachbarn arbeiten wie wir auf den meisten Strecken immer noch mit einem 70 Jahre alten System von Relaiskästen und dem dazugehörigen Zugsicherungssystem. ERTMS erleichtert nicht nur künftige Verbesserungen des Systems, da ein digitales System mit neuen Versionen aktualisiert werden kann, sondern erhöht auch die Kapazität der Strecke."

Es wird einfacher, mehr Züge auf der gleichen Strecke sicher zu betreiben. Notwendig für die Niederlande, wo bis 2030 ein Wachstum von 30 % mehr Passagieren und 50 % mehr Güterverkehr erwartet wird. Dass aber auch mehr Deutsche mit der Bahn fahren wollen, zeigte sich in diesem Sommer, als ein Versuch mit dem 9-Euro-Ticket ein großer Erfolg war.

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, WKZ, Quelle Pro Rail

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