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Freitag, 23 Februar 2018 07:05

Frankreich: 21 Tunnelbohrmaschinen zur Fertigstellung des Grand Paris Express bis 2030

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Fotos Regierung.

Der Premierminister Edouard Philippe und die Verkehrsministerin Elisabeth Borne kündigten am Donnerstag, den 22. Februar, den neuen Zeitplan der Regierung zur Fertigstellung des Grand Paris Express an. Das größte Bauprojekt Frankreichs, ein sich in mehreren Schleifen um Paris ziehendes automatisches Metro-Netz mit 200 km Strecke, 68 Bahnhöfen und 7 Technikzentren soll "bis 2030" und "total unwiderruflich" fertig werden.

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Die "Robustheit" des Projekts würde dank "einer sehr starken Mobilisierung des Staates" wieder hergestellt. Die Gesamtkosten müssen dazu vom Bauträger, der Société du Grand Paris (SGP), um 10% gesenkt werden.

Seit Sommer 2017 sorgt sich die Exekutive um die geschätzten Kosten des zu 90 % in großer Tiefe durchgeführten Projekts, die von 19 Mrd. Euro im Jahr 2010 auf heute über 35 Mrd. Euro stiegen. Im Januar hatte Edouard Philippe eine Konsultation mit den gewählten Vertretern der Ile-de-France eingeleitet, um eine Überarbeitung des Kalenders vorzunehmen.

Zwei Prioritäten bis 2024

Die Regierung behält zwei "Prioritäten" für die Inbetriebnahme "bis 2024" bei. Die erste betrifft die Linien, die "den meisten Menschen in der Region Ile-de-France zugute kommen": den Südbereich der Linie 15, die Verlängerung der Linie 14 nach Norden und Süden sowie den gemeinsamen Abschnitt der Linien 16 und 17 zwischen Saint-Denis-Pleyel und Le Blanc-Mesnil. Diese drei letztgenannten werden auch für den reibungslosen Ablauf der Olympischen Spiele 2024 benötigt. Die zweite Priorität für 2024 ist die Linie 16 zwischen Le Bourget-RER und der künftigen Station Clichy-Montfermeil, um die östlichen Vororte zu erschließen.

Der Rest bis 2030

Für die anderen Linien wird der Kalender bis 2030 "neu terminiert": Die Bauarbeiten beginnen später und die Linien werden zwei bis drei Jahre später als geplant fertig gestellt. Die Erweiterung der 16 bis Noisy-Champs wird "bis spätestens 2030" abgeschlossen sein. Die Ringbildung der Linie 15, der Anschluss der Linie 17 an Triangle de Gonesse und über den Flughafen Charles-de-Gaulle weiter nach Mesnil-Amelot. Falls technisch möglich, soll die Linie 17 schon bis 2024 an den Bahnhof Le Bourget-Aéroport, der für die Olympischen Spiele von strategischer Bedeutung ist, angeschlossen werden. Für die Linie 18, die für das Saclay-Plateau unerlässlich ist, wo ein französisches "Silicon Valley" entstehen soll, wird die Verbindung zwischen dem Flughafen Orly und Saclay "spätestens 2027 fertiggestellt sein", während der zweite Abschnitt bis Versailles bis 2030 warten muss.

Ein gewaltiges Bauvorhaben mit 21 Tunnelbohrmaschinen

Der Bau des Grand Paris Express wird das Bauvolumen in der Region Ile-de-France vervierfachen, und die öffentlichen Bauunternehmen sind überlastet. Der Grand Paris Express muss 21 Tunnelbohrmaschinen für jeweils 20 Mio. Euro mobilisieren. Eine Tunnelbohrmaschine "gräbt 12 Meter am Tag, nicht mehr", sagte der Premierminister. Und "die unendliche Vervielfältigung von Tunnelbohrmaschinen wäre weder technisch noch wirtschaftlich sinnvoll".

Um das Projekt erfolgreich abzuschließen, will die Regierung der Société du Grand Paris (SGP), der öffentlichen Einrichtung, die für den Bau der zukünftigen Metro zuständig ist, einen "neuen Impuls" geben. Sein Präsident, Philippe Yvin, wird in den kommenden Wochen abgelöst. Und "der Staat wird der SGP die zusätzlichen Humanressourcen zur Verfügung stellen, die er benötigt". Derzeit arbeiten 200 Menschen für die SGP.

Die SGP wird durch drei lokale Steuern finanziert, die hauptsächlich von Unternehmen in der Region Ile-de-France getragen werden. Die 580 Mio. Euro im Jahr 2018 sollen um 200 Mio. Euro pro Jahr über lokale Steuern auf Büros oder andere Ressourcen, wie z.B. eine Tourismussteuer, aufgestockt werden. In dem Zusammenhang forderte der Premierminister die SGP auf, "die Gesamtkosten des Projekts um 10% zu senken".

Kritik der Region

Valérie Pécresse, Präsidentin der Region Île-de-France, nahm die Zusage der Regierung zur Kenntnis, den Bau aller geplanten Linien und Bahnhöfe aufrechtzuerhalten. Mit dem neuen Zeitplan, den der Premierminister vorgelegt hat, kann sie sich jedoch nicht zufrieden geben, da er eine große Zahl von Vorzeigeprojekten für die Region und für Frankreich untergraben könnte. Die Schaffung eines großen Forschungszentrums auf dem Saclay-Plateau, das die Einführung neuer öffentlicher Verkehrsmittel weit vor dem vom Premierminister für die Linie 18 gesetzten Termin 2027 erfordert, könnte die Ausdehnung dieses Projekts gefährden, das zum technologischen Motor Frankreichs werden soll. Gleiches gilt für den Bau der Linie 17, die das Triangle de Gonesse bedienen und das Val d'Oise mit Roissy verbinden wird.

WKZ, Quelle Regierung, Region Île-de-France, Le Monde

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Letzte Änderung am Freitag, 23 Februar 2018 07:25

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