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Freitag, 23 Februar 2018 12:54

Dänemark: Bombardier kann ME-Achsen erst im September liefern

Ein Teil der DSB-Flotte an ME-Lokomotiven dürfte noch Monate in der Werkstatt stehen. Wie das Fachblatt Ingeniøren einen internen DSB-Bericht zitiert, sind einige der Achsen so rissig, dass sie ausgetauscht werden müssen. Der Hersteller Bombardier kann erst im September neue Achsen liefern.

Jede der 33 ME-Lokomotive hat sechs Achsen und die DSB hatte bis Donnerstag, 15. Februar 2018, einer internen Erklärung zufolge 32 Achsen überprüft. 13 dieser Achsen hatten keine Risse oder solche von weniger als 0,35 mm Tiefe, bei den anderen wurden Risse mit mehr als 0,35 mm gefunden. Bei den kleinen Rissen können die Techniker in der Werkstatt Aarhus eine zusätzliche Metallschicht auftragen und diese dann wieder abschleifen. Bei tieferen Rissen greift das Verfahren nicht.

DSB hat Angebote von Bombardier für neue Achsen erhalten. Die ersten 25 Achsen werden im September 2018 an die DSB geliefert. Danach kann die DSB alle acht Wochen weitere 25 Achsen erhalten.

DSB hat nun im Einsatzgebiet der ME-Lokomotiven vor allem auf Seeland die Zahl der Züge reduziert, IC-4-Material als Ersatz eingesetzt und die Anzahl der Betriebsreserven erniedrigt. DSB hat auch die Möglichkeit in Betracht gezogen, Hilfe von Arriva zu erhalten, aber die Ausrüstung von Arriva kann sinnvoll nur dort eingesetzt werden, wo DSB schon einen eigenen MR-Zug eingeführt hat.

Auch die Möglichkeit zur Rückführung der sechs Diesel-ICE-Züge, die DSB zuvor bei der Deutschen Bahn in Auftrag gegeben hatte, wurde in Betracht gezogen. Sie haben das dänische Sicherheitssystem ATC an Bord. Die Diesel-ICE müssten aber vorher einer größeren Renovierung unterzogen werden, die DSB für so kurze Zeit nicht sinnvoll findet.

Darüber hinaus hält DSB es nicht für realistisch, andere Züge von europäischen Betreibern zu mieten, da diese notwendigerweise mit Diesel betrieben, mit dem dänischen Signalsystem (ATC) ausgerüstet und für das Fahren in Dänemark zugelassen sein müssen. Darüber hinaus müssten Zeit und Ressourcen für die notwendige Schulung der Lokführer von DSB aufgewendet werden.

Bengt Dahlberg, WKZ, Quelle DSB, Ingeniøren

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