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Freitag, 23 Februar 2018 17:21

Griechenland: "Neue" Peloponnesbahn

Das griechische EVU TrainOSE hat angekündigt, dass ab morgen, 24.2.2018 der durchgehende Verkehr von Ano Liosia (aus Richtung Peloponnes) nach SKA (Richtung Flughafen) nach Fertigstellung von Bauarbeiten wieder aufgenommen wird. Das ist zwar nur eine kurze Strecke, die aber für den Nahverkehr im Nordwesten Athens von großer Bedeutung ist.

Allerdings gibt es weder einen umsteigefreien Zugbetrieb aus Richtung Peloponnes noch wird der völlig überdimensionierte Bahnhof SKA auch nur annähend seiner ursprünglich gedachten Bedeutung gerecht. 

Am westlichen Ende, im Raum Patra, der drittgrößten Agglomeration Griechenlands, gibt es nach wie vor große Probleme eine geeignete Trasse sowie die benötigte Finanzierung im Rahmen der gegebenen Zeitvorgaben zu finden. Es sind dabei sehr viele Interessen miteinander zu verbinden:

• Neue, normalspurige elektrifizierte Strecke durch das Zentrum zum neuen Hafen

• Beachtung der Umwelt- und Anwohnerbelange

• schwierige geographische Hanglage direkt am Meer

• hohe Grundwasserspiegel

• Erhaltung der neoklassizistischen Bebauung

• verkehrsberuhigte, revitalisierte Uferzone

• Aufrechterhaltung des Proastiakos Betriebs. Diese Strecke ist trotz nicht sehr hoher Frequenz (ein Zug/Stunde) sehr beliebt (1,5 Millionen Fahrgäste/Jahr) und das effektivste öffentliche Verkehrsmittel vor Ort.

• Weiterführung des Bahnbetriebs Richtung Süden

Die komplexe Situation lässt kaum Abweichungen von der meterspurigen Bestandstrasse zu und verlangt somit eine größere, sehr teure Tunnellösung, deren Finanzierung nicht vollständig gesichert ist. Obwohl sich auch schon die Univ. Patra, die TU Athen und die ETH Zürich in einem gemeinsamen Projekt mit diesem Thema beschäftigt haben, erscheint eine kurzfristige Lösung kaum möglich. Das jahrelange Verzögern der Planung und auch das Desinteresse an der Eisenbahnverbindung rächt sich nun massiv.

Prof. Dr. Johannes Schenkel

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