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Dienstag, 27 Februar 2018 07:05

Frankreich: Gewerkschaften könnten einen Monat lang streiken

Nachdem der französische Premierminister Édouard Philippe am 26. Februar 2018 den Fahrplan für die Reform der SNCF vorgestellt hatte, werden sich Vertreter der Gewerkschaften CGT, Unsa, Sud und CFDT am Dienstag (27.02.18) treffen, um über Streiks zu beraten.

Obwohl Édouard Philippe verkündet hatte, "keine Konfrontation mit irgendjemandem" zu suchen, sind die Gewerkschaften bereit, mit der Regierung zu kämpfen. Für die Gewerkschaften hat die Exekutive mehrere rote Linien durchbrochen, darunter das Ende des Statuts für neue SNCF-Mitarbeiter, die Umwandlung des Unternehmens in eine Aktiengesellschaft oder der Wunsch der Regierung, per Verordnung Gesetze zu erlassen.

Für den 22.03.18 ist ein Aktionstag zur Bahnreform angekündigt. Die Frage, die nun geklärt werden muss, ist, wie sich die Streiks um diesen Tag herum gruppieren.

Die CGT-Cheminots, die erste Gewerkschaft der SNCF, ist bereit, "einen Monat Streik" zu führen, um "die Regierung in ihrem Projekt der Reform der öffentlichen Gruppe zu beugen", sagte ihr Generalsekretär Laurent Brun am Montag in Le Parisien. "Wir werden uns sicherlich für eine der größten sozialen Bewegungen in der Geschichte der SNCF entscheiden", fügte er hinzu.

Didier Aubert von den CFDT Cheminots bezeichnet die Bahnreform als "Provokation". Die CFDT schlägt einen "verlängerbaren Streik ab 14. März" vor. "Auf jeden Fall werden wir nicht auf den 22. März warten."

Auch Roger Dillenseger, Generalsekretär von Unsa, befürwortet, schon vor dem 22. März zu streiken.

Jean-Claude Mailly, Generalsekretär von FO, sieht ein "methodisches und inhaltliches Problem". Er sagte gegenüber von France Info, die von der Regierung vorgesehene Anwendung von Verordnungen sei ein Fehler. "Wenn die Regierung nicht diskutieren will, muss man anders gehört werden."

Darüber hinaus bedauert SUD-Rail, dass sich die Regierung nicht mehr in der Schuldenfrage engagiert hat (46,6 Mrd. Euro Ende 2017). Diese Frage hätte "vor den anderen behandelt werden müssen". Edouard Philippe hat in diesem Zusammenhang lediglich erklärt, dass "der Staat bis zum Ende des Fünfjahreszeitraums seinen Teil der Verantwortung übernehmen wird", sobald die SNCF ihrerseits Anstrengungen unternommen hat.

WKZ, diverse Quellen

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Letzte Änderung am Dienstag, 27 Februar 2018 07:37

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