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Mittwoch, 26 Oktober 2022 13:10

Griechenland: Eisenbahnausbau Peloponnes

Die Situation der Eisenbahn auf der Peloponnes ist bekannt: Die Meterspurstrecke, die früher mit für Griechenland sonst unbekannter Streckendichte die Halbinsel erschloss, ist weitgehend stillgelegt bzw. außer Betrieb, die neue Normalspurstrecke ist bis Kiato (ca. 25km westlich von Korinth) elektrifiziert und Teil des Athener Regionalverkehrs, im Dieselbetrieb geht es weiter bis Egio etwa 35 km vor Patras.

Um zumindest Patras mit seinem wichtigen Hafen anzuschliessen wird seit Jahren - eher Jahrzehnten - gestritten, vor allem die Stadt Patras will sehr aggressiv einen sehr langen Tunnel (je nach Plan bis zu 11 km Länge) durchsetzen. Dessen technische Durchführbarkeit zumindest angezweifelt wird und falls dieser doch gebaut werden sollte, wird dieser im Betrieb extrem teuer (der LOK Report berichtete mehrfach). Eine Finanzierung des Vorhaben durch die EU wurde vor Kurzem abgelehnt.

Im Rahmen des Olympia Forums im Zappeion in Athen wurden neue Vorschläge zur Finanzierung gemacht, in wie weit das schlussendlich umgesetzt wird bleibt abzuwarten. Mit der Eisenbahn durch Patras beschäftigt sich inzwischen die achte (!) griechische Regierung.

Die Meterspurstrecke ist als Proastiakos-Verkehr (S-Bahn) um Patras noch sehr gut angenommen aktiv, die Strecke soll auf 80 km Länge vom jetzigen südlichen Endpunkt Kato Achaia bis Pirgos reaktiviert werden und damit das touristisch wichtige Olympia und den dortigen Inselbetrieb wieder anschliessen. Bei der genannten Veranstaltung stellte Infrastrukturminister Karamanlis ein Modell vor, nachdem bis Ende 2025 die Meterspurstrecke für 150 Mio EUR reaktiviert werden soll, dann aber eine elektrifizierte Normalspurstrecke errichtet werden soll. In wie weit das realistisch ist bleibt abzuwarten.

Die andere Vorhaben der zu reaktivierenden Meterspurstrecke von Korinth nach Nafplio macht wohl auch nur sehr langsame Fortschritte.

Prof. Dr. Johannes Schenkel

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