Niederlande: Bürgermeister unangenehm überrascht über monatelange ERTMS-Testfahrten


Fotos Pro Rail.
Nach den langwierigen Reparaturarbeiten auf der Hanzelijn aufgrund des Stromausfalls im September werden die Flevolijn und zwei weitere Strecken im Jahr 2027 erneut für ca. 4 Monate zu ERTMS-Testzwecken gesperrt werden. Alleine in Flevoland werden rund 29.000 Fahrgäste betroffen sein, so dass sich die Bürgermeister der betroffenen Städte um eine Straffung der benötigten Zeiten für die Testzwecke bemühen.
Die Erprobung des so genannten European Rail Traffic Management System (ERTMS) wird den Zugverkehr zwischen Zwolle und Almere Oostvaarders voraussichtlich für drei bis vier Monate unmöglich machen.
Piet van Dijk, Beigeordneter der Gemeinde Lelystad, ist von der monatelangen Einstellung "unangenehm überrascht". Damit reagiert er auf die Hochgeschwindigkeitstests, die 2027 zwischen den Bahnhöfen stattfinden werden. "Ich verstehe die Notwendigkeit von Innovationen auf den Strecken, aber ich bin von der angekündigten langen Dauer der Streckensperrung unangenehm überrascht", reagierte Van Dijk verärgert.
Auch der Zeitpunkt der Ankündigung sei "sehr unglücklich", da aufgrund des Stromausfalls Anfang September seit Monaten keine Züge mehr zwischen Lelystad und Dronten verkehren. Die Unannehmlichkeiten werden voraussichtlich bis Mitte Dezember andauern. Die Fahrgäste auf dieser Strecke werden auch von den Geschwindigkeitstests im Jahr 2027 betroffen sein.
Der Stadtrat von Lelystad ergreift die Initiative, um gemeinsam mit anderen betroffenen Gemeinden und der Provinz Flevoland den Minister aufzufordern, die negativen Auswirkungen der Gleisschließung abzumildern. "Die Reisenden sollten so wenig Unannehmlichkeiten wie möglich erfahren", so Van Dijk gegenüber dem Regionalsender Omroep Flevoland.
Neben der Hanzelijn (Zwolle - Lelystad) und einem großen Teil der Flevolijn (Lelystad - Weesp), die derzeit durch den Stromzwischenfall zum Stillstand gekommen sind, werden auch auf anderen Strecken Tests durchgeführt. Dazu gehören Leeuwarden - Harlingen und Zwijndrecht - belgische Grenze. Bis 2030 soll das ERTMS auf den am stärksten befahrenen Strecken in den Niederlanden eingeführt werden.
Es wird damit gerechnet, dass alleine in Flevoland rund 29.000 Fahrgäste betroffen sind, die über Amersfoort umgeleitet werden oder auf den Busverkehr angewiesen sind. Vor den Testfahrten findet eine öffentliche Kampagne statt, um möglichst viele Menschen von der Nützlichkeit und Notwendigkeit des Systems zu überzeugen.
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, WKZ, Quelle Omroep Flevoland




