
Foto NS.
Nach jahrelangen Untersuchungen wurde festgestellt, dass Werkstattmitarbeiter der niederländischen Eisenbahn NS ungeschützt Chrom-6-haltigen Farben ausgesetzt waren. NS wird sich mit den Geschädigten einigen.

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Nach jahrelangen Untersuchungen wurde festgestellt, dass Werkstattmitarbeiter der niederländischen Eisenbahn NS ungeschützt Chrom-6-haltigen Farben ausgesetzt waren. NS wird sich mit den Geschädigten einigen.
Die Ergebnisse der Untersuchungen der Gesundheitsbehörde RIVM (Rijksinstituut voor Volksgezondheid en Milieu) über Chrom-6 in NS-Werkstätten von 1970 bis 2020 wurden am 22.11.2022 veröffentlicht. Das RIVM schreibt unter anderem, dass Kollegen und ehemalige Kollegen in den Werkstätten bei der Wartung und Reparatur von Zügen mit Chrom-6 in Kontakt gekommen sein könnten.
NS entschuldigt sich bei allen Kollegen und ehemaligen Kollegen, die erkrankt oder davon betroffen sind. Ab heute bietet die NS ein Programm für Kollegen und ehemalige Kollegen an, die durch die Arbeit mit Chrom-6 erkrankt sind.
Wouter Koolmees, Präsident und CEO von NS: "Die Forschungsergebnisse des RIVM lügen nicht: NS hat die (ehemaligen) Kollegen nicht ausreichend vor Chrom-6 geschützt. Im Namen des Vorstands der NS entschuldige ich mich bei allen Kollegen und ehemaligen Kollegen, die erkrankt oder davon betroffen sind, für die Art und Weise, wie damals gearbeitet wurde. Für sie sind die Ergebnisse traurig. Für eine soziale Organisation wie die NS sind die Ergebnisse äußerst schmerzhaft. In Anerkennung dessen hat NS - mit Unterstützung der Gewerkschaften - ein Programm für die Betroffenen ausgearbeitet. Wir hoffen, dass sie davon Gebrauch machen werden".
Seit heute bietet die NS eine Regelung für Kollegen und ehemalige Kollegen an, die durch die Arbeit mit Chrom-6 erkrankt sind. Die Höhe der Beihilfe hängt von der Krankheit und der Dauer der Exposition ab. Auch die Hinterbliebenen können eine Hinterbliebenenleistung beantragen. Eine mögliche Exposition gegenüber Chrom-6 kann, selbst wenn keine Krankheit vorliegt, zu gesundheitlichen Problemen führen.
Die Kolleginnen und Kollegen können sich ab sofort für diese Regelung bewerben. Bei Fragen zu dieser Regelung können sie sich an die unabhängige Chrom-6-Informationsstelle wenden. NS hat sich mit den Gewerkschaften FNV, VVMC und CNV über das Programm beraten. Ihre Vorschläge wurden in die Regelung aufgenommen. Die Gewerkschaften unterstützen das Vorhaben der NS.
Über Chrom-6
Die NS bat die RIVM 2015 um eine Untersuchung, nachdem sich herausgestellt hatte, dass Chrom-6 in alten Farbschichten und auf Teilen einiger NS-Züge vorhanden war. Chrom-6 ist ein Metall, das u. a. gegen Rostbildung hilft. Beim Schleifen von Farbe wird Staub freigesetzt, der kleine Chrom-6-Partikel enthalten kann. Wenn Sie diesen Staub einatmen, kann er sich negativ auf Ihre Gesundheit auswirken.
Empfehlungen der unabhängigen Kommission
NS hat einen unabhängigen Ausschuss eingesetzt, um die Zuverlässigkeit und Unabhängigkeit der Studie zu gewährleisten. Dieser Ausschuss hat auf der Grundlage der Forschungsergebnisse der RIVM eine Reihe von Empfehlungen an die NS ausgesprochen. Der unabhängige Ausschuss hat u. a. empfohlen, eine Entschädigungsregelung zur Verfügung zu stellen, die einfach und praktisch umsetzbar ist. Die NS nimmt die Empfehlungen an.
Kolleginnen und Kollegen jetzt ausreichend geschützt
Chrom-6 kann in alten Farbschichten und auf Teilen einiger Züge noch vorhanden sein. NS hat weitere Untersuchungen in Auftrag gegeben, um herauszufinden, wie im Jahr 2022 mit Chrom-6 gearbeitet werden kann.
Die vom Forschungsunternehmen Caesar Consult durchgeführten Untersuchungen zeigen, dass die Exposition gegenüber Chrom-6 derzeit vernachlässigbar bis gering ist. Den Forschern zufolge sind die Kollegen durch die Art und Weise, wie heute gearbeitet wird, ausreichend geschützt. So gibt es beispielsweise getrennte Bereiche für Tätigkeiten wie Schweißen, Schleifen und Schleifen, die Werkstätten sind mit einer guten Absaugung ausgestattet, persönliche Hilfsmittel und Schutzausrüstungen werden zur Verfügung gestellt und die Kollegen werden regelmäßig geschult.
Jules Draaijers, WKZ, Quelle NS