

Fotos ProRail.
Bei der Renovierung der Bahnsteigabdeckungen im Bahnhof Leeuwarden stießen die Kollegen in Friesland auf einen ganz besonderen Fund: In einem der Eisenbalken befand sich eine Flasche mit kleinen Geldscheinen. Nach einer Untersuchung wurde festgestellt, dass diese Flasche aus dem Jahr 1891 stammt. Aber die Suche nach der Flaschenpost oder auch Zeitkapsel hat gerade erst begonnen.


In Leeuwarden wird derzeit an der Renovierung der Bahnsteigkappen gearbeitet. Diese wurden 1891 gebaut und sind daher renovierungs- und verbesserungsbedürftig. Nun stellt sich heraus, dass im selben Jahr, in dem die Bahnsteigkappen gebaut wurden, auch eine geheimnisvolle Flasche in den Kappen zurückgelassen wurde.
Ernie Baars, Geschäftsführer von Staalcon, erklärt, wie diese Flasche gefunden wurde. "Im Februar 2021 wurde ein Balken aus dem Vordach entfernt. Bei der Demontage wurde das Mauerwerk des Bahnhofsgebäudes im Balken zurückgelassen. Der zwei Tonnen schwere Balken wurde zunächst zur Strahlfirma transportiert, um die alten Farbschichten zu entfernen, und anschließend in unsere Werkstatt zur Restaurierung gebracht. Das Mauerwerk wurde in der Werkstatt entfernt und die Trümmer auf dem Boden gesammelt.
"Ein paar Tage später ging ich durch die Werkstatt und bemerkte etwas Ungewöhnliches in den Trümmern. Es stellte sich heraus, dass es sich um eine in Papier eingewickelte Flasche handelte, die mit einer Schnur ordentlich verschnürt war. Nachdem ich das Papier vorsichtig entfernt hatte, sah ich eine Flasche, die noch mit einem Korken versehen war. Durch das Glas konnte man sehen, dass sich etwas in der Flasche befand", sagte Ernie.
In der Flasche befanden sich offenbar vier Zettel mit den Namen von drei Postboten und einem Lokführer. Jerry Huisman, Archäologe bei ProRail, findet mehr über die Flasche heraus. "Die Flasche wurde in der Zeit von 1825 bis 1900 hergestellt. Auf einem der Zettel steht der Name von Arnoldus ten Hulscher, der als Reichsbriefzusteller in Leeuwarden arbeitete. Auch diese Notiz trägt ein Datum: 25. November 1891. Die Unterschrift von Arnoldus auf dem Schein ist dieselbe wie die auf einer Heiratsurkunde vom 18. Mai 1881. Es besteht also kein Zweifel, dass es sich tatsächlich um Flaschenpost aus dem Jahr 1891 handelt."
Und das ist es, was Jerry sehr interessant findet. "Vier Männer haben ihre Namen auf ein Papier geschrieben und ein Datum angegeben. Dann wurden sie absichtlich in eine Flasche gesteckt, versiegelt und eingemauert. Wir wissen nur noch nicht, warum sie das getan haben. Wäre die Flasche nicht an einem so obskuren Ort gefunden worden, könnte man meinen, dass jemand einfach eine leere Flasche mitgenommen und irgendwo weggeworfen hat, aber das ist hier ganz und gar nicht der Fall."
"Hier kommt der Raum der Fantasie ins Spiel. Was war der Grund dafür, dass diese Flasche dort zurückgelassen wurde? Warum diese vier Männer? Es ist eine Art historisches Cluedo. Das ist das Schöne an diesem Fund: Wir alle hinterlassen unbewusst Spuren auf dieser Welt. Es kommt nicht oft vor, dass wir auf etwas stoßen, das bewusst auf die Zukunft ausgerichtet ist. Vielleicht finden die Archäologen in fünfhundert Jahren Dinge im Boden, die zu dir oder mir führen", sagt Jerry. "Ich finde es schön zu sehen, dass wir über 130 Jahre später an Arnoldus ten Hulscher, Lieuwe Brameijer, Rudolf Affolter und J. Postema zurückdenken. War das auch ihre Absicht?"
ProRail sucht nun weitere Informationen zu diesem besonderen Fund. Wer waren die vier Männer, warum haben sie Flaschenpost hinterlassen und warum an diesem Ort? ProRail bittet alle, die mehr wissen, mit dem Vermerk "Flessenpost" an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zu mailen.
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, WKZ, Quelle ProRail