Bekanntlich sind weite Teile der (ehemalig) meterspurigen Peloponnesbahn, die die Halbinsel (nicht nur) für griechische Verhältnisse gut erschlossen hat, seit mehr als zehn Jahren außer Betrieb. Im Norden wird (hoffentlich) irgendwann die Normalspurbahn Patras erreichen, ansonsten gibt es noch die ohnehin autarke Zahnradbahn Diakopto - Kalavrita sowie den meterspurigen Proastiakos (S-Bahn-) Verkehr um Patras und die hauptsächlich touristisch genutzte Strecke Katakolo - Antikes Olympia.
Für die meterspurigen Abschnitte Korinth - Argos - Nafplio und (Patras-) Kato Achaia - Pyrgos bestehen Chancen zur Reaktivierung, auch wenn sich das schon sehr lange hinzieht.
Was aus der restlichen "Peloponnesumrundung" Argos - Tripoli - Kalamata - Kyparissia - Pyrgos werden soll ist unklar, sehr zur Unzufriedenheit der Region.
Jetzt wurde im Ministerium für Infrastruktur und Verkehr ein Komitee auf hoher Ebene von Beamten des Ministeriums, des OSE und der Region Peloponnes eingerichtet, mit dem Ziel das inaktive Peloponnes-Netzwerk zu reaktivieren, wobei alle Optionen und Potentiale untersucht werden sollen.
Da in den vergangenen Jahren massiv Autobahnen gebaut wurden, dürften bestenfalls der touristische Verkehr sowie Frachttransporte eine Rolle spielen. Eine angedachte Umspurung auf Normalspur erscheint eher unwahrscheinlich.
Prof. Dr. Johannes Schenkel