

Fotos NS.
Im September 2016 begann die NS mit der Modernisierung der größten Doppelstockserie, der VIRM (Verlengde Interregiomaterieel). Insgesamt mussten 177 Doppelstockzüge dieses Typs modernisiert werden. Nach 20 Jahren waren die Systeme überholungsbedürftig und mussten komplett überholt und an die heutigen Anforderungen der Fahrgäste angepasst werden. Dies geschieht in der NS-Zugmodernisierungswerkstatt in Haarlem.


Vor kurzem verließ der 100. Zug die Halle und kehrte zum Fahrplan zurück. Die ab Juni 2021 modernisierten Züge sind an ihrer neuen Farbgebung zu erkennen.
Die Modernisierung von Zügen wird nachhaltig und in einem integrativen Arbeitsumfeld durchgeführt. In dieser Serie werden in einigen Wagen Kabelbündel verwendet, die von Beschäftigten mit einer gewissen Entfernung zum Arbeitsmarkt selbst hergestellt werden. Jeder Transport umfasst 20 km Niederspannungskabel. Außerdem sind acht Statusinhaber (Asylbewerber mit Zulassung zum Arbeitsmarkt) als Mechanikerlehrlinge beschäftigt. Gleichzeitig absolvieren sie eine MBO2-Mechatronik-Ausbildung mit zusätzlichem Sprachunterricht, damit sie in Zukunft als selbstständige Mechaniker arbeiten können.
Modernisierungsprozess


Gearbeitet wird nach den Lean-Prinzipien aus der Automobilbranche. Hier werden die Wagen Stück für Stück komplett zerlegt und dann in 22 Fertigungsstationen wieder komplett zusammengebaut. Alle drei Wochen rollt ein komplett modernisierter Doppeldecker aus der Werkstatt. Der Zug kann dann noch einmal etwa 20 Jahre halten, er hat also eine doppelte Lebensdauer. 99 Prozent des Zuges werden wiederverwendet oder recycelt. Die Modernisierung findet in drei Phasen statt. Inzwischen wurde die zweite Phase zur Hälfte durchlaufen. Der Zug, der als Prototyp für die letzte Phase dienen soll, wird Ende 2023 in die Halle einfahren.
Statusinhaber als Mechanikerlehrling


Die NS hat im Februar zusammen mit Randstad und der Stadt Amsterdam eine Kooperation gestartet, um Statusinhabern durch ein maßgeschneidertes Ausbildungs-/Arbeitsprogramm zu helfen, ihren Platz in unserer Gesellschaft zu finden. Nach einer Aufnahmeprüfung begann die Ausbildung mit praktischen Komponenten. Sie begannen ihre Arbeit bei NS Train Modernisation in Haarlem als angehende Mechaniker unter intensiver Anleitung von erfahrenen Kollegen und Ausbildern. Sie nehmen auch an einem regulären MBO2-Mechatronikkurs am ROC Amsterdam teil. Alle 15 in derselben Klasse mit zusätzlicher Sprachförderung.
Erik Koning, NS Train Modernisation: "Dieser Ansatz ruft viele begeisterte Reaktionen hervor. Sie haben sich vom Statusinhaber zum Mechanikerschüler entwickelt und leisten einen wichtigen Beitrag zur Modernisierung und Instandhaltung der Züge. Sie werden von ihren Kollegen geschätzt, weil sie begeistert und motiviert sind. Es gibt bereits Überlegungen, zwei weitere Klassen zu gründen. Die NS arbeitet auch an Plänen für den Einsatz von Statusinhabern in Einzelhandelspositionen an Bahnhöfen und als Schaffner. NS arbeitet auch seit einiger Zeit mit Statusinhabern zusammen, sowohl bei regulären Stellenangeboten als auch bei Praktika durch eine intensive Zusammenarbeit mit der UAF-Stiftung.
Jules Draaijers, WKZ, Quelle NS