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Dienstag, 10 Januar 2023 13:00

Italien: Treno della Befana 2023

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Der Treno della Befana am 6. Januar in der Toskana ist mittlerweile eine Tradition, obwohl er aufgrund der Corona-Pandemie 2021 und 2022 ausfiel. Die Rundfahrt mit Florenz als Start und Ziel führt über Pontassieve, Borgo San Lorenzo und San Piero a Sieve, eine reizvolle Strecke mit sehr starken Steigungen.

In diesem Jahr stand die 740.423 (ONR/Saronno Nr. 676) vor dem Zug. Diese Lok gehört zu einer Gruppe von 18 Maschinen (740.422 - 740.439), die 1923 von der Firma Officine Nicola Romeo di Saronno an die Ferrovie dello Stato (FS) geliefert wurden.

Die 740.423 war fast während ihrer gesamten Laufbahn auf Sardinien zu Hause. Nachdem sie etwa 30 Jahre bei der Armee in einem überdachten Schuppen untergebracht war, wurde die Lok im Jahr 2000 von der Vereinigung Sarda Treni Storici "Sardegnavapore" übernommen. 2006 konnte sie nach der betriebsfähigen Aufarbeitung wieder für Sonderzüge eingesetzt werden. Im Sommer 2021 wurde die Lok für eine Generalüberholung auf das Festland verschifft und anschließend nach Pistoia überführt. Es ist zu hoffen, dass sie nach Sardinien zurückkehrt.

Die Lokomotiven der 1’D-Baureihe 740 wurden nach dem Erfolg der Reihe 640 als Heißdampfversion der Reihe 730 konzipiert. Die von der Rete Adriatica entwickelte Gruppo 730 war für den schweren Verkehr auf den Apenninstrecken in Mittel- und Norditalien konzipiert. Obwohl diese Maschinen durchaus zufriedenstellend funktionierten, wurde noch vor der Verstaatlichung der Eisenbahnen am 22. April 1905, ein Projekt zur weiteren Leistungssteigerung in Angriff genommen. Das Projekt wurde sofort von den neu gegründeten Ferrovie dello Stato (FS) aufgegriffen und weitergeführt. Es führte zur Entstehung der Gruppo 740.

Die ersten Lokomotiven wurden 1911 gebaut und die Produktion lief (wenn auch mit einer langen Unterbrechung durch den Ersten Weltkrieg) bis Ende 1923. Insgesamt wurden 470 Stück hergestellt, was diese Baureihe zur umfangreichsten in Italien machte. Um das angestrebte Ergebnis zu erzielen, hatte man sich für eine Heißdampflok mit einfacher Expansion entschieden.

Die Ergebnisse waren hervorragend, was dazu führte, dass die Lokomotiven in ganz Italien zu finden waren. Es gab praktisch kein Bw, wo sie nicht zu Hause waren. Aufgrund ihrer geringen Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h wurden sie vor allem vor Güterzügen, aber auch häufig vor Personenzügen auf besonders kurvenreichen und steilen Strecken eingesetzt, wo eher eine starke als eine schnelle Traktion erforderlich war. Ursprünglich waren sie mit einem dreiachsigen Tender ausgestattet, der jedoch bald durch einen vierachsigen ersetzt wurde, um die Reichweite deutlich zu erhöhen.

In den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts führten Attilio Franco und Dr. Piero Crosti ein neues Verfahren ein, wobei die Rauchgase nicht mehr direkt durch den Schornstein ausströmten. Die Gase wurden in der Rauchkammer umgelenkt und durch den unter dem Langkessel angeordneten Vorwärmkessel geführt, aus dem sie dann durch den seitlichen Schornstein austraten. Zwischen 1954 und 1960 wurden 81 Lokomotiven der Baureihe 740 entsprechend diesem Prinzip zu der Baureihe 741 umgebaut. Eine weitere Gruppe von 94 Lokomotiven hingegen verfügte über auf beiden Seiten angebrachte Vorwärmer und bildete die Gruppe 743. Es führte nicht nur zu Einsparungen beim Kohleverbrauch. Die Abgasvorwärmer waren allerdings ziemlich empfindlich gegen Korrosion durch kondensierte Rauchbestandteile mit schwefligen Säuren. Die letzten Maschinen der beiden umgewandelten Baureihen wurden Anfang 1980er Jahren eingestellt.

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