Maurizio Capotorto, der CEO des größten griechischen EVU HellenicTrain hat bei einer Veranstaltung des FENIX-Projekts laut Presseberichten Expansionspläne vorgestellt: Mit der Inbetriebnahme eines weiteren ETR 470-Zuges soll die Frequenz der schnellen Züge zwischen Athen und Thessaloniki von altuell sieben auf zehn im zweiten Halbjahr 2023 erhöht werden, zudem erwägt man wieder internationale Verbindungen nach Skopje und Sofia aufzunehmen.
Darüber hinaus wird sich HellenicTrain an Fahrzeugbeschaffungen beteiligen, diese Investitionen sind Teil der Vereinbarungen mit der Regierung zur Finanzierung defizitärer Verkehre.
Im Güterverkehr ist der wichtigste Kunde Cosco als Langzeitpächter des Containerhafens von Piräus (Ikonio) bzw. dessen Tochtergesellschaft PEARL (Piraeus Europe Asia Rail Logistics), vor allem um die Verbindungen Richtung Norden zu bedienen. In letzter Zeit kamen noch Verkehre vom Hafen Thessaloniki, vor allem zu dessen "Dryports" bei Sofija (Bulgarien) und Niš (Serbien) sowie vom Hafen Alexandroupoli hauptsächlich von Militärgütern Richtung Bulgarien und Rumänien, hinzu.
HellenicTrain möchte zusätzlich sich einem breiteren Kundenspektrum auch im Einzelwagenverkehr mit regelmäßien Zügen zwischen Athen, Thessaloniki und Alexandroupoli und auch ins benachbarte Ausland öffnen. Man will dafür in Thriasio II, einem Gelände im Nordwesten von Athen, dessen Verpachtung aktuell ausgeschrieben und HellenicTrain dem Vernehmen nach der einzige Bieter ist, als Logistikzentrum nutzen.
Kritisch wird die Infratsruktur der Bahn in Griechenland sowie das geringe Interesse am Schienengüterverkehr im Land gesehen.
Im Personenverkehr Griechenlands hat HellenicTrain fast das Monopol, im Güterverkehr gibt es mehrere Konkurrenten.
Prof. Dr. Johannes Schenkel