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Dienstag, 13 März 2018 07:05

Ukraine: Getreideverband kritisiert "katastrophale Situation" beim Getreidetransport durch die UZ

Die ukrainische Getreideindustrie floriert, aber ihre Expansion wird durch eine alternde Eisenbahn behindert. Wie die Vereinigung der Erzeuger, Verarbeiter und Exporteure von Getreide (UGA) berichtet, kann die staatliche Bahngesellschaft Ukrzaliznycja (UZ), die etwa zwei Drittel des Getreideumfangs von den Feldern der Landwirte zu den Häfen im Schwarzmeerraum befördert, mit den Güterzuglokomotiven und Eisenbahnwaggons aus den 1980er Jahren die stoßartig anfallenden Erntemengen nur noch schwierig transportieren.

Da die Getreideproduktion im viertgrößten Verlader der Welt weiter wachsen wird, gibt es immer noch Bedenken, dass es nicht genügend Wagen geben wird, um die zusätzlichen Getreidemengen in die Häfen zu transportieren. "Es ist im Moment das größte Problem, da wir nicht so viel exportieren können, wie wir wollen", sagte Mykola Horbachov, Präsident des ukrainischen Getreideverbandes. "Getreidehändler haben vielleicht ihren Absatz gesteigert, neue Märkte erschlossen, aber sie müssen um Wagen konkurrieren."

Am Donnerstag, den 15. März 2018 wird der ukrainischen Getreideverband eine "Pressekonferenz über die unbefriedigende Leistung der UZ in Bezug auf den Getreidetransport" abhalten. Der Verband spricht hier von einer "katastrophalen Situation".

Der Getreideverband sagt, dass größere Ernten die Exporte bis 2022 um bis zu 70 Prozent ansteigen lassen könnten, vorausgesetzt, es gibt genügend Investitionen in die Infrastruktur des Landes. Die Gewinne der Händler könnten ohne die Probleme durch die Bahn um bis zu 30 Prozent größer ausfallen. Die Knappheit wurde auch durch eine Obergrenze für die Tarife verstärkt, die Ukrzaliznytsya für Transporte berechnen könnte, wodurch der Anreiz für das Unternehmen, neue Wagen zu kaufen, verringert wurde.

Ukrzaliznytsya unterzeichnete vor kurzem ein Abkommen über 1 Mrd. USD, um Lokomotiven und Wagen zu modernisieren, vorerst aber für Schüttgut wie Eisenerz oder Kohle. Die Anschaffung neuer Getreidewagen ist erst ab 2019 vorgesehen. Die Ukraine hat inzwischen auch die Obergrenze für die Waggonvermietungstarife aufgehoben, was bedeutet, dass es mehr Geld für künftige Aufrüstungen geben könnte. Derzeit bestehen allerdings noch Bedenken, dass die lokalen Getreidefirmen die zusätzlichen Transportkosten weitergeben, was den Preis des ukrainischen Getreides für ausländische Käufer unattraktiv machen würde. Die Ukraine könnte so ihren Wettbewerbsvorteil insbesondere gegenüber Russland verlieren.

WKZ, Quelle UGA, Bloomberg

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