Ein großes Problem bei der klammen Staatskasse in Griechenland sind Investitionen in die Wartung bestehender Infrastruktur. Wie schon länger angekündigt, versucht die griechische Regierung - um das Budget zu entlasten - private Investoren für diese Vorhaben zu gewinnen, dieser Strategie haben die beteiligten Ministerien jetzt grundsätzlich zugestimmt.
Derzeit dreht es sich vor allem um öffentliche Gebäude und zwei Eisenbahnstrecken im Norden des Landes: Die Verbindung von Strimona (Abzweig von der Strecke Thessaloniki - Sofia) sowie die Strecke von Plati (südlich von Thessaloniki) nach Florina und zur Grenze nach Nordmazedonien bei Kremenitsa, insgesamt knapp 500 km Strecken.
Das Gesamtvolumen beträgt insgesamt ca. 400 Mio EUR, davon sind 80 Mio EUR EU-Gelder. In den ersten 2,5 Jahren der Vertragslaufzeit sollen die Strecken saniert, in weiteren 17,5 Jahren gewartet werden.
Ob sich das Vorhaben so umsetzen lässt bleibt abzuwarten, bei manchen anderen PPP-Vorhaben kam es wegen der finanziellen Risiken in der Vergangenheit zu keinen Vertragsunterzeichnungen.
Im Rahmen des Projekts "Smart Bridges" sollen ca 100 Mio EUR in den vorbeugenden Unterhalt von Eisenbahnbrücken investiert werden, der Aufnahme in den EU-Resilience and Recovery Fund hat das Finanzministerium zugestimmt. Allerdings muss der Zustand der Brücken wohl grundlegend erfasst werden.
Prof. Dr. Johannes Schenkel