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Dienstag, 08 August 2017 10:47

Schweiz: Die Alpenstädte stellen sich der Zukunft

In den Städten des Alpenbogens herrscht Aufbruchstimmung. Dank besserer Verkehrsanbindung sind sie mittlerweile auch von Zürich, Bern oder Lausanne aus gut erreichbar. Das neue Heft «Forum Raumentwicklung» zeigt, wie sich die alpinen Städte neu definieren, indem sie ihre Funktion als Scharnier zwischen den Zentren des Mittellands und dem ländlichen Alpenraum stärken.

Noch immer werden die Alpen pauschal mit Natur, Tradition und Folklore gleichgesetzt. Doch die tatsächliche Funktion der Alpenstädte entspricht diesem Image schon lange nicht mehr. Denn mit der besseren Anbindung durch Strasse und Schiene haben sie ihre Rolle als regionaler Arbeitsplatzmagnet ausgebaut. Gleichzeitig holen immer mehr Alpenstädte punkto Versorgung, Bildung und Kultur im Vergleich zu den Städten im Mittelland auf. Stärker geworden ist ebenfalls ihre Funktion als Scharnier zum Unterland. Das neue Heft «Forum Raumentwicklung» des Bundesamts für Raumentwicklung (ARE) wirft einen Blick auf die Alpenstädte, und zwar nicht nur in der Schweiz, sondern im gesamten Alpenbogen. Die verschiedenen Beiträge zeigen, dass sich trotz unterschiedlicher politischer Voraussetzungen in vielen Alpenstädten ähnliche Herausforderungen stellen, die mit einem breiten Spektrum von innovativen Lösungen angegangen werden.

Wie wichtig das Engagement der Jugend für die Zukunft des alpinen Lebensraums ist, zeigt das Gespräch mit drei Mitgliedern des Jugendparlaments zur Alpenkonvention (YPAC). Eine zentrale Erkenntnis um junge Menschen in den alpinen Städten zu halten, ist, neben Kultur- und Ausbildungsangeboten, vor allem eine hohe Lebensqualität.

Beiträge aus Altdorf, dem Tessin und der slowenischen Stadt Idrija zeigen, wie die Alpenstädte sich neu definieren. Letztere hat eine lange Geschichte als Bergbauzentrum. In den vergangenen Jahrzehnten schaffte es Idrija, sich von diesem Erbe zu lösen und es gleichzeitig für die Gegenwart in Wert zu setzen: Die Kleinstadt wurde ins Unesco-Welterbe-Verzeichnis aufgenommen und engagiert sich für den kulturellen Austausch. Mit der Transformation der industriellen Produktion in innovationsbasierte Wirtschaftszweige will Idrija den Bevölkerungsrückgang, das einseitige Stellenangebot und die soziale Unsicherheit entschärfen. Die starke Einbindung der Jugend in die Entscheidungsprozesse trägt dazu bei, dass dieser Wechsel gelingen könnte.

Eine Reportage aus Grenoble schildert, wie die Stadt ihre Verkehrsprobleme entschärft und dank einem starken Ausbau des öffentlichen und des Langsamverkehrs ein attraktiveres Wohn- und Arbeitsumfeld geschaffen hat - unter anderem zirkulieren 6000 mietbare «Métrovelos». Schliesslich geht Grenoble ähnlich wie Idrija konstruktiv mit dem industriellen Erbe um und ist dabei, sich zu einem Schmelztiegel von Forschung, Innovation und attraktivem Wohnen zu entwickeln.

Pressemeldung Are

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Letzte Änderung am Dienstag, 08 August 2017 10:52

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