Griechenland: Verkehrsminister tritt zurück
Als Konsequenz auf das Zugunglück von Evangelismos heute Nacht, bei dem inzwischen 40 Tote zu beklagen sind, ist Verkehrsminister Karamanlis zurückgetreten. Er kritisierte vor über drei Jahren eine Eisenbahn "übernommen" zu haben, die europäischen Standards nicht entspricht. Trotz aller Bemühungen haben die Anstrengungen nicht ausgereicht die Katastrophe zu verhindern.
Inzwischen wird immer klarer, dass die eigentliche Unfallursache auf die nicht funktionierenden Sicherungsanlagen zurückzuführen sind. Alle Befehle, inclusive das Überfahren "Halt" zeigender Signale, werden per Funk erteilt, die Aufzeichnungen dazu sind handschriftlich. Der Funkempfang ist aber nicht überall möglich, der entgegenkommende Güterzug konnte nicht mehr gestoppt werden, weil dieser in einem Tunnel im Funkloch war.
Warum der IC auf dem linken Gleis fuhr, obwohl beide Gleise verfügbar waren, ist derzeit unklar. Weitere Details werden die Ermittlungen zeigen.
Die Loks beider Züge waren für Griechenland gebaute "Hellas-Sprinter" Maschinen aus den 1990er Jahren, die Wagengarnitur wurde um 2000 in Griechenland gebaut. Es war kein ETR 450 in den Unfall verwickelt. Meldungen, dass ausrangierte portugiesische und schweizer Fahrzeuge betroffen seien, sind falsch.
Johannes Schenkel




