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Freitag, 16 März 2018 07:10

Frankreich: SNCF präsentiert ihr Arbeitsprogramm zur Umstruktuierung

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"Für eine neue SNCF, die effizienter, einheitlicher und besser gerüstet ist, um sich dem Wettbewerb zu stellen." So beginnt das am Donnerstag, den 15. März, der französische Verkehrsministerin Élisabeth Borne von der Führung der SNCF vorgestelle "Arbeitsprogramm" mit sieben Säulen, das die Vorschläge zur Umgestaltung der Gruppe innerhalb der Bahnreform bildet.

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Dieser Fahrplan wurde vom Premierminister am 26. Februar angefordert. Von seiner Umsetzung hängt auch die Frage ab, wie sich der Staat am Schuldenabbau beteiligen wird.

Der Fahrplan ist zeitlich eng terminiert:
• März-April: Einsetzung der beratenden Gremien
• April-Juni: Konsultation zu den Komponenten des strategischen Plans
• Juli: Ausarbeitung der strategischen Pläne auf Gruppenebene durch EPIC und Betriebsteile
• Ende Juli: Vorstellung des neuen strategischen Plans der SNCF

Die sieben Säulen behandeln folgende Themen:

1. Ein leistungsfähiges Schienennetz
Hierzu gehören Sicherheit für den Reisenden, Robustheit, Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit zu wettbewerbsfähigen Kosten unter strengster Wahrung der Fairness gegenüber allen Eisenbahnunternehmen, um generell die Gesamteffizienz des Systems zu erhöhen.

2) Wettbewerbsfähige, multimodale und nachhaltige Angebote für die Kunden
Was den Personenverkehr anbelangt, so wird er den täglichen Verkehr (transports du quotidien) zu seiner Priorität machen. Das Kundenerlebnis wird durch digitale Technologie, die Personalisierung der Kundenbeziehung und den verbesserten Komfort an Bord verbessert. Im Schienenfernverkehr wird die SNCF ihr Angebot in allen Marktsegmenten erweitern und das Wachstum des Personenverkehrs sicherstellen. Im Hinblick auf Vertragsdienstleistungen wie TER wird sie eine maßgeschneiderte Antwort auf die von den den Verkehr regelnden Behörden geben und dabei auch kein Marktsegment ausschließen. Gleichzeitig wird das Unternehmen daran arbeiten, seine Wettbewerbsfähigkeit in Bezug auf Wartung, Materialeinsatz und Produktionsausrüstung zu verbessern. Die Bahnhöfe werden als "City Boosters" zu Service-Zentren ausgebaut.

3) Eine vereinheitlichte, integrierte Organisation mit der Sicherheit als erstem Ziel
Die SNCF wird als Organisation harmonisiert und vereinfacht. Sie erhält eine gemeinsame Industriekultur mit ständiger Praxis der betrieblichen Exzellenz. Sicherheit wird auch in Zukunft die DNA des öffentlichen Eisenbahnkonzerns und die wichtigste Anforderung an seine Geschäfte sein. Dazu dienen die Programme PRISME für Sicherheit, H00 für sekundengenaue Zugabfahrten und FIRST für eine bessere Fahrgastinformation.

4) Ein dezentralisiertes Management
Das Management verfügt derzeit nicht über genügend Initiativkraft. Während die Sicherheitsvorschriften zwangsläufig klare Verfahren erfordern, die in vollem Umfang eingehalten werden müssen, ist es wichtig, den Managern mehr Handlungsspielraum zu geben und die derzeitigen Strukturen, die oft zu schwerfällig und unzuverlässig sind, zu überdenken. Die Führungsebene wird durch ein vereinfachtes, stärker dezentralisiertes Entscheidungssystem gestärkt, das es dem operativen Personal ermöglicht, die Erfolgshebel auf der eigenen Ebene zu steuern.

5) Eine digitalisierte Firma
Der Güterverkehr wird dank der Entwicklung des digitalen Güterzuges eine echte Revolution erleben. Im Bereich des Personenverkehrs soll ein zukünftiger digitaler Mobilitätsbegleiter (assistant personnel de mobilités) entwickelt werden. Dank dieser Anwendung wird der Kunde in der Lage sein, seine Reiseroute zu definieren, indem er alle Verkehrsträger entsprechend seinem Budget kombinieren und auch buchen und bezahlen kann, und dies unabhängig von der Art des Transports und Unternehmens. Dieser Assistent warnt den Kunden in Echtzeit vor Zwischenfällen, Verspätungen und schlägt neue Routen vor.

6) SNCF als Industriedienstleister
Für SNCF Réseau bedeutet die Entwicklung zum Industriedienstleister, dass die Anlagen über den gesamten Lebenszyklus hinweg entsprechend den Erwartungen der Kunden verwaltet werden (spezifische Wartungsstandards, die sich an den Verkehrsströmen orientieren). Für SNCF Mobilités wird die Effizienz der Betriebs- und Instandhaltungskomponenten ein wesentliches industrielles Thema sowohl für die Wettbewerbsfähigkeit der Fahrgastaktivitäten als auch für die Qualität der Dienstleistungen sein. In diesem Zusammenhang wird eine optimierte und intensivere Nutzung des Equipments nach dem Vorbild der Fluggesellschaften erfolgen, ähnlich wie es in den letzten Jahren mit Ouigo in Angriff genommen wurde.

7) Unterstützte, geschulte und voll eingebundene Mitarbeiter im neuen Bahnsystem
Das Engagement der Eisenbahner und ihre Zufriedenheit bei der Arbeit sind eine der Stärken der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. Die Frage nach dem beruflichen Werdegang der Mitarbeiter wird klar gestellt, um die richtigen Kompetenzen am richtigen Ort zu haben und verantwortungsvolle Lösungen zu finden, wenn Mobilität gefragt ist. Die Frage nach der Attraktivität der SNCF auf dem Zukunftsmarkt für die Beschäftigung im Schienenverkehr, um den Kampf um Talente zu gewinnen und das Engagement zu fördern, wird ebenfalls eine Priorität spielen. Die Nähe zu "maßgeschneiderten" Organisationen vor Ort und der soziale Dialog in Verbindung mit einer stark dezentralen Organisation werden umgesetzt.

WKZ, Quelle Ministère de la Transition écologique et solidaire, SNCF

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Letzte Änderung am Donnerstag, 15 März 2018 19:59

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