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Freitag, 16 März 2018 07:05

Polen: Breitspurstrecke soll verlängert, elektrifiziert und als Korridor ausgebaut werden

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Der polnische Breitspurbetreiber PKP LHS gab am 14.03.18 die Unterzeichnung eines Abkommens zu dem Verkehrskorridor Süd-West (Korytarz transportowy Południe-Zachód) als neuem transkontinentalen Logistikprojekt bekannt. Ziel der Zusammenarbeit der beteiligten Eisenbahnunternehmen ist die Erbringung von Verkehrsdienstleistungen zwischen der EU und Indien über Iran, Aserbaidschan, Georgien und die Ukraine. PKP LHS rechnet mit dem ersten Transport im Mai.

Das Gründungsprotokoll zu dem Korridor wurde am 18. Juni 2017 in Baku unterzeichnet. Die Gesamtlänge beträgt 7 654 km. Diese Route ist mehr als 1000 km kürzer als der alternative Landkorridor durch russisches Territorium.

"Wir arbeiten an der notwendigen Analyse der Möglichkeit, die Breitspurstrecke nach Gliwice oder Kędzierzyn-Koźle zu verlängern. Dies wird von den wirtschaftlichen Bedingungen und der Sicherheit der Firma innerhalb eines integrierten Konzerns im Hinblick auf EU-Vorschriften abhängen", sagte Zbigniew Tracichleb, Präsident des Vorstands von PKP LHS. Der Präsident kündigte ferner den Beginn der analytischen Arbeiten zur Möglichkeit der Elektrifizierung der LHS-Linie an, die derzeit von Diesellokomotiven betrieben wird. Die Analysen sollen bis 2019 dauern.

"Wir verbinden Polen. Wir freuen uns, dass unser Land an einem großen, strategischen internationalen Projekt teilnimmt. Dank seiner Lage kann unser Land in diesem Bereich eine Schlüsselrolle spielen," sagte der stellvertretende Infrastrukturminister Andrzej Bittel.

Krzysztof Mamiński, Vorsitzender der Geschäftsführung der PKP S.A.: Wir sind auf der Suche nach neuen Entwicklungsrichtungen und wollen das Potenzial von Euroterminal in Sławków, dem westlichsten Punkt der Breitspurlinie, voll ausschöpfen."

Während des Treffens in Warschau diskutierten die Teilnehmer der Konferenz des "Süd-West-Korridors" aktuelle technische und kommerzielle Aspekte sowie spezielle Tarife für verschiedene Güterarten. Geplant ist auch die Entwicklung eines gemeinsamen IT-Systems als Plattform für die Kommunikation zwischen Kunden, Spediteuren und Carriern. In Polen ist die Kontaktstelle für Exporteure und Importeure PKP LHS.

Auf der Breitspur-Strecke, deren Länge 2 % der gesamten Eisenbahninfrastruktur des Landes nicht überschreitet, befördert das Unternehmen über 4 % der Fracht und führt über 6 % aller Transportarbeiten der polnischen Eisenbahn aus. Ende Januar 2018 unterzeichnete PKP LHS eine Vereinbarung mit der Europäischen Investitionsbank über die Finanzierung eines Investitionsprogramms in Höhe von fast 300 Mio. PLN, von denen 121 Mio. PLN von der EIB gewährt werden. Das Hauptziel des Projekts ist die Automatisierung der Linie 65. Insgesamt will PKP LHS bis 2025 über 800 Mio. PLN in die Modernisierung der Infrastruktur und des Rollmaterials investieren.

WKZ, Quelle PKP LHS, WNP.Pl

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Letzte Änderung am Donnerstag, 15 März 2018 18:38

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