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Mittwoch, 29 März 2023 10:00

Niederlande: Mehr Beinahe-Unfälle durch Gleisläufer, aber weniger Bü-Unfälle

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Fotos ProRail.

Die Zahl der sogenannten "Gleisläufer" [unbefugte Personen auf den Gleisen] und damit die Zahl der Beinahe-Zusammenstöße mit Zügen ist im Jahr 2022 deutlich gestiegen; von 43 erfassten Fällen von Beinahe-Zusammenstößen im Jahr 2021 auf 95 im Jahr 2022. An Bahnübergängen ist die Zahl der Beinahe-Zusammenstöße zurückgegangen. Die Zahl der tödlichen Unfälle an Bahnübergängen ist im Jahr 2022 auf 2 gesunken.

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Die Zahl der Beinahe-Unfälle im Eisenbahnverkehr ist im vergangenen Jahr stark gestiegen. Die Ursache: Menschen, die sich an einem Ort in der Nähe der Gleise aufhalten, an dem sie nichts zu suchen haben. Im Jahr 2021 führte dies zu 43 Beinahe-Zusammenstößen. Im Jahr 2022 waren es sogar 95. Bahnübergänge werden sicherer: 2022 gab es dort weniger (Beinahe-)Unfälle und weniger Unfälle mit Todesopfern.

Erheblicher Anstieg durch Gleisläufer

So ist die Zahl der Beinahe-Unfälle auf der Schiene im vergangenen Jahr stark angestiegen. Überraschenderweise ist dieser Anstieg auf eine Zunahme der Zahl der Beinaheunfälle auf offener Strecke und in Bahnhöfen zurückzuführen. Mit anderen Worten, es handelt sich zumeist um "Gleisläufer", also um Personen, die sich in die Nähe der Gleise begeben, obwohl sie dies gar nicht dürfen.

Die Zahl der von ihnen verursachten Beinahe-Unfälle hat sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt: von 43 Beinahe-Unfällen im Jahr 2021 auf 95 im vergangenen Jahr. An Bahnübergängen ging die Zahl der Beinaheunfälle sogar zurück, sowohl mit dem Straßenverkehr als auch mit Fußgängern.

Bahnübergänge

Die Zahl der tödlichen Unfälle an Bahnübergängen sank im Jahr 2022 auf zwei. In den Vorjahren war die Zahl höher. ProRail arbeitet seit mehreren Jahren daran, die Zahl der Bahnübergänge zu verringern. Vor allem die nicht aktiv gesicherten Bahnübergänge, sogenannte NABO, möchte ProRail schließen. Von den 180 öffentlichen NABO sind seit 2018 bereits 112 geschlossen worden.

NABO

In den Niederlanden gibt es rund 277 nicht aktiv gesicherte Bahnübergänge (Niet Actief Beveiligde Overwegen, NABO). Diese Art von Bahnübergängen wird nicht durch Schranken geschlossen.

Weniger Todesopfer

Es gibt inzwischen weniger Bahnübergänge, was auch erklärt, warum es weniger Todesopfer bei Unfällen an Bahnübergängen gibt. Zwischen 2000 und 2010 starben an Bahnübergängen durchschnittlich mehr als 25 Menschen pro Jahr. Der Tiefpunkt war 2003 mit 39 Opfern. Seitdem ist ein starker Rückgang zu verzeichnen. Im vergangenen Jahr starben zwei Menschen bei Unfällen an Bahnübergängen. Der Durchschnitt der letzten fünf Jahre ist damit auf knapp fünf Todesopfer pro Jahr gesunken. Unser Ziel sind noch weniger Bahnübergänge und damit noch mehr Sicherheit.

Jules Draaijers, WKZ, Quelle ProRail

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