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Mittwoch, 21 März 2018 12:04

Frankreich: Am Donnerstag gestörter Bahnverkehr durch Streik und Mobilisierung

Mehrere Gewerkschaften der SNCF werden am Donnerstag, den 22. März, an einer allgemeinen Mobilisierung teilnehmen. SNCF-Chef Guillaume Pepy kündigte an, dass nur 40% der TGV, 25% der Intercités und 50% der TER fahren würden.

"Wir werden alles tun, um unsere Reisenden zu begleiten, wir werden die Firmensitze in den Regionen und auf nationaler Ebene schließen, damit möglichst viele Mitarbeiter auf der Seite der Reisenden stehen", versprach Pepy im Interview mit RTL. "Für die Streiks, die in den kommenden Wochen angekündigt werden, ist unser Engagement ganz klar: Am Vortag um 17 Uhr werden wir die genaue Liste aller fahrenden Züge veröffentlichen."

Die Gewerkschaften der Eisenbahngesellschaft (CGT, Unsa, SUD, CFDT) nehmen am Donnerstag in Paris an einer breiten "nationalen Demonstration" teil. Es geht hier primär nicht nur um die Belange der Eisenbahn, sondern um eine breite Front zur "Frustablassung".

Beamte und Lehrer streiken, weil sie statt der festgeschriebenen 35 bis zu 40 Stunden die Woche arbeiten müssen. Auch die Richter streiken, angesetzte Gerichtstermine müssen um einige Wochen verschoben werden. Schließlich streikt auch das Flugpersonal bei Air France für 6 % mehr Lohn. Auch bei der RATP wird es geringe Einschränkungen geben. Hinzu kommt, dass sich die Regierung durch die Herabsetzung der erlaubten Geschwindigkeit auf Straßen von 90 auf 80 km/h unbeliebt gemacht hat.

Der Umfang der Parade wird einen ersten Hinweis auf das Machtgleichgewicht zwischen der Exekutive, die eine Reform durch Verordnungen zur Umwandlung der SNCF in eine Aktiengesellschaft und zur Aufgabe des Status der Eisenbahner bei der Einstellung angekündigt hat, und den Gewerkschaften geben, die ab den Osterfeiertagen für drei Monate jeweils zwei auf drei Tage streiken wollen.

Die CGT sagte aufgrund der Art der Streikdurchführung eine "totale Desorganisation nach einigen Tagen" voraus. "Die Agenten werden nicht am richtigen Ort sein, die Wartung von Gleisen und Ausrüstung wird bald unmöglich werden", heisst es in einer von der Zeitung Le Parisien zitierten internen Mail. "Das Management wird nichts vorhersehen können", und "die von der Geschäftsleitung um 17 Uhr am Vorabend angekündigten Fahrpläne werden nicht eingehalten werden können."

WKZ, Quelle France Info u.a.

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