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Donnerstag, 22 März 2018 14:35

Frankreich: Hohes Streikpotential überall im Land

35,4% Streikpotential bei der SNCF, 10,41% im öffentlichen Dienst des Staates: Viele öffentliche Dienste sind an diesem Donnerstag, dem Tag der Mobilisierung für Beamte und Eisenbahner, in Frankreich durch Streiks und Demonstrationen verschiedener Gewerkschaften (CGT, FO, FSU, CFTC, Solidaires, FA-FP und CFE-CGC) gestört. Etwa 20 000 Personen wurden am Gare de l'est, dem Treffpunkt der Eisenbahner gezählt.

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Beamte setzen sich für einen qualitativ hochwertigen öffentlichen Dienst und eine Steigerung ihrer Kaufkraft ein, Eisenbahner verteidigen ihren Status und kämpfen gegen die Bahnreform. Jedenfalls demonstrieren sie alle an diesem Donnerstag, einem Tag der Mobilisierung gegen die Regierungsreformen, die überall in Frankreich durch Demonstrationen und Streiks gekennzeichnet sind.

Die Streikrate bei der SNCF liegt nach Angaben des Managements bei 35,4%, was bedeutet, dass es sich um eine "reale Zählung von der Anzahl der diensthabenden Personen" handelt. Schon vor den ab 3. April für drei Monate angesagten Streiks an "zwei von fünf Tagen" ist der Verkehr der SNCF "sehr gestört": zwei von fünf TGV sind im Umlauf, einer von zwei TER, einer von drei Transilien, ein Intercité von vier, drei internationale Züge von vier.

Ebenfalls gestrichen wurden 30% der Flüge ab den Bahnhöfen Roissy, Orly und Beauvais.

Das Bildungsministerium kündigte 14,54% streikende Lehrer am Donnerstag an. Andere betroffene Sektoren sind Kinderkrippen, Fahrprüfungen, Bibliotheken, die Müllabfuhr in Paris und der Sender France Inter am Donnerstagmorgen. Kultureinrichtungen und Ministerium sind teilweise nicht zugänglich.

Auch in anderen Städten wird gestreikt, so von zwischen 2400 und 5000 Teilnehmern in Nice, 9000 in Lyon, 1800 bis 2500 in Saint-Nazaire, 550 in Calais und 150 in Saint-Omer. In Nantes wurden sieben Personen festgenommen, als etwa 1000 Demonstranten eine Straßenbahnkreuzung blockierten. Studenten aus Nanterre begleiteten die Streikenden in Paris.

Als Gast von BFM-TV bekräftigte Jean-Luc Mélenchon von der linken Gruppierung "La France insoumise" seine Solidarität mit der Mobilisierung gegen die von der Regierung gewünschte Bahnreform: "Das ist eine soziale Bewegung von außerordentlichem Ausmaß. Wenn die Eisenbahner kämpfen, ist es nicht für sie, es ist für uns alle."

WKZ, Quelle Le Monde, Le Figaro, Le Parisien

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Letzte Änderung am Donnerstag, 22 März 2018 14:42