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Freitag, 21 April 2023 08:00

Großbritannien: Neue Tangentialstrecke soll den Westen Londons besser verbinden

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Fotos WLO.

Der Londoner Oberbürgermeister Sadiq Khan hat Pläne für eine tangentiale Bahnverbindung im Westen der britischen Hauptstadt - den sog. West London Orbital Service (WLO) - bestätigt, der Anfang der 2030er Jahre eröffnet werden könnte.

Die 11 Meilen (ca. 18 km) lange Strecke soll von West Hampstead und Hendon am nördlichen Ende über Neasden, Harlesden, Old Oak Common, South Acton und Brentford nach Hounslow im Südwesten führen. Die neue Bahnlinie kann in South Acton an das bestehende Netz von London Overground angeschlossen werden, und bietet in Old Oak Common einen Umsteigepunkt zur HS2-Bahnverbindung nach Birmingham und in den Norden Englands.

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Das Projekt sieht die Nutzung der wenig bekannten Güterzugstrecke "Dudding Hill Line" vor, welche seit 1902 nicht mehr für den fahrplanmäßigen Personenverkehr genutzt wird. Die neue Verbindung könnte die Fahrtzeit von Hounslow nach Hendon auf 37 Minuten verkürzen - statt etwa 90 Minuten, wie eine Fahrt ins Zentrum Londons und zurück derzeit dauert.

In den vergangenen Jahrzehnten gab es bereits eine Reihe von Plänen für die Strecke, darunter die Nutzung für eine Crossrail-Verlängerung oder eine Stadtbahn zwischen Finchley und Ealing. Die neuesten Vorschläge deuten jedoch auf eine Zukunft mit regelmäßigen Personenzügen auf der "Dudding Hill Line" hin, die auf einer Länge von vier Meilen (ca. 6,4 km) zwischen North Acton und der "Midland Main Line" verläuft, jedoch keine Bahnhöfe aufweist.

Sadiq Khan erklärte dazu kürzlich auf Anfrage der Labour-Abgeordneten Elly Baker: "Nach der Bewilligung der Durchführbarkeitsfinanzierung im vergangenen Jahr sind mehrere Studien, die hauptsächlich von den westlichen Londoner Stadtbezirken finanziert werden, im Gange oder geplant. Die von Network Rail durchgeführte Fahrplanberechnung steht kurz vor dem Abschluss und hat ergeben, dass ein tragfähiger West London Orbital Service voraussichtlich realisierbar sein wird."

Bereits 2018 hatte der Oberbürgermeister bei der Vorstellung seiner Strategie für die Entwicklung des Verkehrs in der Hauptstadt gesagt: "Das bedeutet nicht nur, dass wir Rekordsummen in neue Infrastrukturen wie den Ausbau der U-Bahn, den Schienenverkehr und Crossrail 2 investieren, sondern auch, dass wir mit den Stadtbezirken und lokalen Gemeinden zusammenarbeiten müssen, um die Abhängigkeit vom Auto in ganz London zu verringern."

Die neue Tangentialverbindung soll auch das anhaltende Wirtschaftswachstum und die Wettbewerbsfähigkeit des Londoner Westens und Nordwestens fördern, die Bereitstellung von neuen Wohnungen und Arbeitsplätzen im Westen Londons im Einklang mit den Grundsätzen eines guten Wachstums ermöglichen sowie der Verringerung sozialer, wirtschaftlicher und räumlicher Ungleichheiten und einem erweiterten Zugangs zu Arbeitsplätzen, Stadtzentren und lokalen Annehmlichkeiten dienen.

Der West London Orbital Service bringt somit eine Reihe von Vorteilen für die Bewohner und Besucher des Londoner Westen, insbesondere
• erhebliche Fahrzeiteinsparungen und verbesserte Umsteigemöglichkeiten,
• besseren Zugang zu Arbeitsplätzen, Dienstleistungen und Freiflächen,
• eine attraktive und zugängliche Alternative zum Autoverkehr, die zur Entlastung der Straßen und zur Verbesserung der Luftqualität beiträgt,
• Unterstützung bei der Bereitstellung neuer Wohnungen und der lokalen Wiederbelebung.

Die bisher durchgeführten Arbeiten zeigen, dass die neue Bahnverbindung die beste Lösung zur Erreichung dieser Ziele ist. Im Laufe des Jahres 2023 sollen die ersten Machbarkeitsstudien abgeschlossen sein und die empfohlene Strecke sowie Fahrplanentwürfe für den "West London Orbital Service" festgelegt werden. Wenn die Finanzierung gesichert ist und alle erforderlichen Genehmigungen für das Projekt vorliegen, könnten in etwa zehn Jahren Vorortzüge über die Strecke verkehren.

RL, WKZ; Quellen: BBC, Daily Mail, Metro UK, TfL, West London Alliance

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