english

Dienstag, 25 April 2023 11:00

Österreich: Vorstellung der Studie zur Belebung des Bahnverkehrs Mallnitz - Spittal

Am vergangenen Freitag fand im Kultursaal in Obervellach die Veranstaltung Zukunft-Bahnverkehr-Mölltal statt. Als Veranstalter zeichnete der Verein „Freunde der Bahnhaltestelle Oberfalkenstein“ verantwortlich. Durch den Verein wurde, wie schon bekannt, eine Studie zur Belebung des Regionalverkehrs im Mölltal in Auftrag gegeben, welche LR Schuschnig und Vertretern des Landtags im Landhaus in Klagenfurt vorgestellt wurde.

Nun wurde diese Studie durch einem ihrer beiden Schöpfer, nämlich DI Walter Brenner (KR Mackinger war krankheitsbedingt verhindert Anm.) einer breiten Masse sowie Politikern aus den Kommunen nähergebracht. Neben dem Bürgermeister von Obervellach Arnold Klammer waren auch die Vizebürgermeister von Reißeck Paul Unterweger, Vizebürgermeister von Lurnfeld Bernhard Haslacher, Vizebürgermeisterin der Stadtgemeinde Spittal Angelika Hinteregger sowie Bezirkshauptmannstellvertreter Markus Lerch und Landesrätin Sara Schar anwesend.

Dr. Carol Notdurfter (Eisenbahnfreunde Lienz) gewährte den Zuhörern einleitend einen historischen Rückblick auf die Entstehung und Entwicklung der Tauernbahn, sowie auf ihren Einfluss auf die Menschen im Gasteiner – und Mölltal.

Walter Brenners mit Spannung erwarteter Vortrag über eine mögliche Entwicklung des Regionalverkehrs im Mölltal war natürlich das Highlight des Abends. Er zeigte ganz klar die negative Bevölkerungsentwicklung in den mölltaler Gemeinden der letzten Jahre auf und informierte, wie man mit einer Aufwertung der vorhandenen Bahninfrastruktur gegenwirken könnte. Experten und Auditorium sind sich in einem Punkt einig: Bevor man sich mit Infrastrukturmaßnahmen auseinandersetzt, braucht man einen vernünftigen S-Bahn-Takt zwischen Spittal und Mallnitz, wie er im Zentralraum bereits besteht.

In die gleiche Kerbe schlug auch das darauffolgende Impulsreferat des ehemaligen Mitglieds von Fahrgast Kärnten und Obmannstellvertreter der Freunde der Bahnhaltestelle Oberfalkenstein, Dr. Richard Huber. Er beleuchtete die Entwicklung der Tauernbahn nach der Eröffnung der Koralmstrecke im Jahr 2025. Ganz klar gab er zu erkennen, dass die Bahnhöfe Mallnitz und Spittal als wichtige Knotenbahnhöfe weiter an Bedeutung gewinnen werden. Daher benötigt man zwischen den beiden Stationen auch einen entsprechenden, attraktiven Zubringerverkehr, damit die Zugreise bereits in Kolbnitz, Mühldorf oder Obervellach beginnen kann. Studierende werden, laut Hubers Ansicht, vermehrt auf die Bahn setzen, besonders Richtung Graz. Es sollte dadurch auch die Möglichkeit geschaffen werden, dass man zwar in der Stadt studiert aber dennoch im Tal leben kann. Innovationen wie das Klimaticket und eine angestrebte Fahrzeit ab z.B. Bahnhof Kolbnitz nach Graz Hbf. von unter 2 Stunden sollen dazu beitragen.

Wie man Bahnhöfe wie Kolbnitz, Mühldorf oder Pusarnitz lebendiger gestalten kann, zeigte DI Marcel Weber von der TU Wien in seinem Vortrag. Weber und sein Team riefen das Projekt Station4all ins Leben. Station4all will Bahnhöfe zu Orte machen, die mehr sind als nur Zustiegsmöglichkeiten. Sie sollten zukünftig als Begegnungsräume nicht nur für Touristen und Pendler dienen. Kleine Bahnhöfe und Haltestellen könnten neben den üblichen Angeboten wie Wartezonen auch Cafés, kleine Shops, Co- Workingspaces bis hin zu Kindertagesstätten, welche auf die Bedürfnisse der Pendler abgestimmt sind, bereithalten.
Ein diesbezügliches Pilotprojekt gibt es bereits in Neumarkt am Wallersee, welches durch die TU Wien geleitet wird.

Eine Aufwertung für jede Bahnhaltestelle ist natürlich ein touristisches Leuchtturmprojekt. Die vor einiger Zeit vorgestellte „Bondbrücke“ über Obervellach würde natürlich als solches fungieren. Läge doch einer der möglichen Standorte für eine neue Haltestelle „Markt Obervellach“ samt Seilbahnverbindung ins Ortszentrum direkt am Ostende dieser Brücke. Dies würde nicht nur eine enorme Aufwertung für die Infrastruktur, sondern für die gesamte Region bedeuten.

LR Sara Schar meinte abschließend, dass wir langfristig nicht mehr um das Transportmittel Bahn herumkommen werden, angesichts steigender Spritkosten. Mit den durch die Vortragenden vorgestellten Ideen im Gepäck, wird sich mit ihrem Kollegen LR Schuschnig in Verbindung setzen und entsprechende Schritte setzen. Denn eines ist für sie auch vollkommen klar: Wenn Kärnten die Klimaziele nicht erreichen sollte, sind Strafzahlungen fällig. Das Geld wäre jedoch, bei solchen Infrastrukturmaßnahmen in den Regionen wesentlich besser investiert.

Pressemeldung Freunde der Bahnhaltestelle Oberfalkenstein

Zurück

Probeabo

Nachrichten-Filter