Großbritannien: Weitere Streiks sind im Juli geplant

Foto RMT.
Während in Deutschland die Gewerkschaft EVG ihre Mitglieder über einen Streik abstimmen lässt, hat die Transportgewerkschaft RMT in Großbritannien diesen Beschluss bereits hinter sich: im Juli 2023 wird es nach vielen vorausgegangenen Streikaktionen drei weitere Streiktage geben.
Wie die Gewerkschaft RMT mitteilte, sind für den 20., 22. und 29. Juli Streiks bei 14 Eisenbahnunternehmen angekündigt. Tausende von Eisenbahnerinnen und Eisenbahner werden an diesen drei Tagen im Rahmen eines seit langem andauernden Streits über Löhne und Arbeitsbedingungen streiken.
Die Gewerkschaften drängen angesichts des raschen Anstiegs der Lebenshaltungskosten auf mehr Lohn, doch die Eisenbahnunternehmen haben erklärt, dass sie ohne Zugeständnisse bei den Arbeitsbedingungen nicht mehr zahlen werden. Die Gewerkschaft RMT kündigte jetzt an, dass 20.000 ihrer Mitglieder, darunter Zugbegleiter, Zugführer und Bahnhofspersonal, die Arbeit niederlegen, wenn die Bahnbetreiber kein neues Angebot vorlegen würden.
RMT-Generalsekretär Mick Lynch erklärte: "Diese jüngste Aktionsphase wird dem Land zeigen, wie wichtig das Bahnpersonal für den Betrieb der Eisenbahnen ist. Mein Verhandlungsteam und ich stehen rund um die Uhr für Gespräche mit den Eisenbahnunternehmen und den Vertretern der Regierung zur Verfügung. Die Regierung legt den Unternehmen nach wie vor Fesseln an und lässt nicht zu, dass sie ein Paket vorlegen, mit dem der Streit beigelegt werden kann."
Er ergänzte noch: "Unsere Mitglieder haben in den letzten 12 Monaten bereits dreimal für einen Streik gestimmt - zuletzt, als sie die vollständigen Einzelheiten eines minderwertigen Angebots der Bahnbetreiber erhielten. Sie stimmten mit 9:1 Stimmen für die Erneuerung ihres Streikmandats, und die RMT wird ihre Arbeitskampagne so lange fortsetzen, bis wir eine Verhandlungslösung für Löhne, Arbeitsbedingungen und Arbeitsplatzsicherheit erreicht haben."
Das jüngste Lohnangebot der Rail Delivery Group (RDG), welche die Bahnbetreiber vertritt, sah eine rückwirkende Lohnerhöhung von 5 % für 2022 vor. Die Bahnbetreiber sind wohl bereit, mit der RMT zu verhandeln, wollen aber, dass die Gewerkschaft ihren Mitgliedern das neueste Lohnangebot zur Abstimmung vorlegt, bevor weitere Streikmaßnahmen ergriffen werden.
"Wir haben jetzt drei Angebote gemacht, die von der RMT-Führung ohne überzeugende Erklärung blockiert wurden", sagte ein Sprecher der RDG. Weiter sagte er: "Die Verhandlungen haben uns nichts gebracht. Wir haben Kompromisse bei den Löhnen, dem Schutz der Arbeitsplätze und Themen wie Einmannbetrieb von Zügen gemacht."
Die Regierung habe den Bahnbetreibern dabei geholfen, "faire und vernünftige Lohnangebote zu unterbreiten, die großzügige Erhöhungen für die Eisenbahner vorsehen würden", so ein Sprecher des Verkehrsministeriums. "Die Gewerkschaftsführer sollten jetzt das Richtige tun und ihren Mitgliedern die Möglichkeit geben, über diese Lohnangebote abzustimmen."
Der Arbeitskampf der Gewerkschaft begann vor einem Jahr. Erst im letzten Monat stimmten die Mitglieder für weitere sechs Monate Streiks, falls ihre Forderungen nicht erfüllt würden.
GK, RL, WKZ, Quellen: BBC, RMT




