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Mittwoch, 04 April 2018 07:10

Niederlande: Staatsbahn NS geht Partnerschaft mit Holocaust-Museum in Amsterdam ein

Die Niederländische Bahn (NS) geht eine Partnerschaft mit dem Nationaal Holocaust Museum in Amsterdam ein, das Teil des Jüdischen Kulturviertels (JCK) ist. NS stellt unter anderem Archivmaterial, historische Objekte und Geschichten von Mitarbeitern und Opfern zur Verfügung. NS wird auch einen finanziellen Beitrag leisten. NS und das JCK werden in naher Zukunft genau besprechen, wie die langfristige Zusammenarbeit aussehen wird.

Nach der Kapitulation der Niederlande im Jahre 1940 erhielt NS als staatliches Unternehmen die Aufgabe, den öffentlichen Dienst fortzusetzen. NS wurde von den Nazis beauftragt, zusätzliche Zugfahrten durchzuführen, um in den Niederlanden lebende Juden zu deportieren, meist zu ihrem ersten Ziel, Kamp Westerbork. Auch Roma, Sinti, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter wurden deportiert.

Durch Investitionen in Denkmäler, Ausstellungen und Bildung will NS dazu beitragen, die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust lebendig zu halten. NS arbeitet auch mit dem Westerborker Erinnerungszentrum, dem Nationalfonds für den 4. und 5. Mai, dem Niederländischen Auschwitz-Komitee, der Sobibor-Stiftung und dem Eisenbahnmuseum zusammen. NS hat kürzlich beschlossen, einen finanziellen Beitrag zum Nationaal Holocaust Namenmonument zu leisten und verwaltet 128 Denkmäler an oder in der Nähe von Bahnhöfen in den Niederlanden, auch für verstorbene Eisenbahner.

Roger van Boxtel (NS-Präsident): "NS hält es für wichtig, dass dem Holocaust und der Rolle, die die Niederländische Bahn damals gespielt hat, eine permanente, unzensierte und ungeschliffene Aufmerksamkeit gewidmet wird."

Das Jüdische Kulturviertel besteht derzeit aus dem Jüdischen Historischen Museum, dem Kindermuseum, der Portugiesischen Synagoge, der Hollandsche Schouwburg und dem im Bau befindlichen Nationaal Holocaust Museum. Die Organisation hat die Initiative ergriffen, ein permanentes Nationales Holocaust-Museum an zwei historischen Orten einzurichten. Die Hollandsche Schouwburg, in der Zehntausende von Juden vor ihrer Deportation inhaftiert waren, ist und bleibt vor allem ein Ort der Erinnerung. Auf der anderen Straßenseite befindet sich die ehemalige Hervormde Kweekschool. Dies ist ein Ort, an dem Hunderte von jüdischen Kindern gerettet wurden. Das Museum soll zeigen, wie der Holocaust die heutigen Niederlande geprägt hat. Derzeit läuft eine große Spendenkampagne; das Ministerium für Gesundheit, Soziales und Sport, private Fonds und Privatpersonen haben ihre Beiträge bereits zugesagt.

WKZ, Quelle NS

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Letzte Änderung am Mittwoch, 04 April 2018 07:24

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