
Foto Liza Simonsson/Transportstyrelsen.
Die Einkäufer im Güterverkehr sehen große Chancen, mehr Güter auf der Schiene zu transportieren - aber die mangelnde Kapazität und Pünktlichkeit werden als Hindernis gesehen. Dies geht aus dem neuen Bericht der schwedischen Verkehrsagentur Transportstyrelsen hervor: "Godstransportköparnas syn på järnvägsmarknaden 2022" (Sicht von Einkäufern im Güterverkehr zum Eisenbahnmarkt im Jahr 2022).
Alle zwei Jahre führt Transportstyrelsen eine qualitative Marktumfrage unter Einkäufern von Gütertransporten durch, um ihre Ansichten über die Funktionsweise des Gütertransports auf der Schiene zu erfahren. Der Bericht stützt sich auf diese Umfrage.
In dem Bericht wird hervorgehoben, dass die Käufer von Gütertransporten die Größenvorteile der Eisenbahn vor allem bei längeren Transporten schwerer und voluminöser Güter für sich in Anspruch nehmen. Auch die Möglichkeit, in Zukunft mehr Güter auf der Schiene zu transportieren, wird positiv bewertet, da sie unter Umweltgesichtspunkten als gute Wahl angesehen wird. Die Verlagerung von Gütern von der Straße auf die Schiene ist notwendig, um das Zwischenziel der Verringerung der Treibhausgasemissionen im Binnenverkehr zu erreichen.
"Es ist daher besorgniserregend, dass sie das Gefühl haben, dass die Entwicklung der Branche stagniert und die Schiene im Vergleich zum Straßengüterverkehr an Wettbewerbsfähigkeit verloren hat", sagt Jonathan Sundin, Ermittler bei Transportstyrelsen.
Geringes Vertrauen und stagnierende Entwicklung
Heute wird die Schiene nicht als echte Alternative angesehen, wenn es darauf ankommt, dass die Güter pünktlich ankommen. Die Ansichten über die mangelnde Zuverlässigkeit sind nicht neu. Sie wurden bereits in früheren Berichten geäußert, d. h. auch vor der Einführung des neuen Planungssystems der schwedischen Verkehrsbehörde Trafikverket, der marktangepassten Kapazitätsplanung (Marknadsanpassad planering av kapacitet, MPK). Probleme wie verspätete Fahrpläne und lange Wartezeiten an Umsteigebahnhöfen haben sich seit der Einführung des neuen Planungssystems noch verschärft.
Infolge der umfangreichen Planungsprobleme bei Trafikverket hat sich das Vertrauen der Beteiligten in die Bahn in letzter Zeit weiter verschlechtert. Die Einkäufer im Güterverkehr äußerten in den Interviews, dass die Probleme die Transportplanung erschwert und die Kosten erhöht haben. Langfristig besteht die Gefahr, dass dies zu einer Bevorzugung der Schiene gegenüber der Straße führt.
Ein weiteres Hindernis, das in dem Bericht angesprochen wird, betrifft die Kapazität der Eisenbahn, die nach Ansicht einiger Unternehmen derzeit nicht ausreicht, um ihren Bedarf zu decken. Der Anteil der auf der Schiene beförderten Güter ist im Laufe der Zeit relativ konstant geblieben.
"Diejenigen, die Gütertransporte einkaufen, sehen große Möglichkeiten, in Zukunft mehr Güter auf der Schiene zu transportieren, als dies heute der Fall ist. Dies erfordert jedoch eine Entwicklung der Kapazitäten", sagt Jonathan Sundin.
Bengt Dahlberg, WKZ, Quelle Transportstyrelsen