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Donnerstag, 12 April 2018 07:05

Großbritannien: Geisterbilder auf der Frontscheibe verzögern Inbetriebnahme der ScotRail Class 385

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ScotRail Class 385. Fotos Hitachi Rail.

Als Abellio im April 2015 das ScotRail-Franchise übernahm, hatte die Firma 22 Monate Zeit, um sechs Dieselzüge auf der Hauptstrecke von Edinburgh nach Glasgow durch sieben elektrische Züge zu ersetzen, wie es die Franchise-Spezifikation vorschreibt. Dazu unterzeichnete das Unternehmen im folgenden Monat einen Vertrag mit Hitachi über 24 vierteilige und 46 dreiteilige Triebzüge der Class 385, die zur AT200-Serie von Hitachi gehören (AT = Aluminiumzug).

Der Vertrag sah vor, dass Hitachi die erste Einheit bis zum letzten Herbst in Betrieb nehmen und bis Dezember 2017 dann 24 Einheiten zwischen Glasgow und Edinburgh mit einer Frequenz von 15 Minuten liefern sollte. Doch als der Vertrag unterzeichnet wurde, befand sich das Werk Newton Aycliffe noch im Bau. Nachdem sich auch das Elektrifizierungsprogramm (Edinburgh Glasgow Improvement Programme, EGIP) um fünf Monate verzögerte, verspäteten sich auch die weiteren Typgenehmigungsprüfungen, die nach den neuesten TSI-Normen unter EGIP OLE (Overhead line equipment, OLE) durchgeführt werden mussten. Erst im Dezember 2017 konnte das Wartungsdepot Millerhill eröffnet werden und die Ausbildung der eigenen Triebfahrzeugführer beginnen, die bisher von DB Schenker gestellt wurden. Im Februar 2018 fand schließlich eine erste Pressefahrt statt.

Doch nun kam das nächste Hindernis: Kevin Lindsay von der Lokführergewerkschaft ASLEF stellte fest, dass "die Frontscheibe gebogen ist und den Fahrer nachts die Signale doppelt sehen lässt". Daher hat seine Gewerkschaft ScotRail informiert, dass diese Züge nachts nicht sicher fahren können. Dieser Geisterbild-Effekt enstand durch verschiedene aufgetragene Fensterschichten, die den neuen Normen zur Erhöhung der Stabilität verschuldet waren. Seit April werden vier Wagen Class 185 fertiggestellt, aber die Windschutzscheibe bleibt ein Problem, an dessen Lösung noch hart zwischen Hitachi, ScotRail, dem ORR und den Gewerkschaften gearbeitet werden muss.

Eine Quelle von ScotRail sagte gegenüber dem Scottish Express: "Die 385 werden für 12 bis 18 Monate außer Betrieb sein. Die Fahrer sehen Reflexionen im Glas, so dass sie die Sicherheitsstandards der Bahn nicht erfüllen." Die verspätete Einführung und das Auslaufen von Mietverträgen für ältere Dieselzüge haben ScotRail gezwungen, die Anzahl der Wagen in einigen Zügen zwischen Glasgow Queen Street und Edinburgh über Falkirk High zu reduzieren. 

WKZ, Quelle Rail Engineer, Rail

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Letzte Änderung am Donnerstag, 12 April 2018 07:26

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