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Mittwoch, 06 September 2023 09:00

Großbritannien: Immer mehr Zugausfälle verärgern die Bahnreisenden

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Fotos Rüdiger Lüders.

Wie die BBC kürzlich berichtete, sind immer mehr Bahnverbindungen in Großbritannien von Zugausfällen betroffen. Eine Analyse der Daten für 2.555 Bahnhöfe zeigt, dass im ersten Halbjahr 2023 etwa 3 % aller britischen Züge ausgefallen sind, während 56 % pünktlich fuhren, jedoch 41 % mindestens eine Minute verspätet ankamen. In Wales lag die Ausfallrate mit durchschnittlich 7 % am höchsten, gefolgt von Nordostengland mit 6 %.

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Paul Tuohy, Chef der Wohltätigkeitsorganisation Campaign for Better Transport, sagte dazu: "Wir wollen, dass die Menschen mit der Bahn reisen, doch so hohe Ausfallraten sind inakzeptabel. Die Regierung und die Bahngesellschaften müssen hier Abhilfe schaffen und dafür sorgen, dass die Züge planmäßig verkehren, damit die Fahrgäste mit Zuversicht reisen können."

Caroline Devonport, eine Pendlerin aus Nordengland, berichtete stellvertretend für viele Reisende: "Die letzten sechs Monate waren absolut furchtbar. Wegen des Verspätungsrisikos fahre ich jetzt eine Stunde früher zur Arbeit. Ich habe schon viele Aggressionen von anderen Fahrgästen gegenüber dem Bahnpersonal erlebt, weil die Leute sich verspäten und frustriert sind. Auch die Streiks haben Auswirkungen gehabt, doch die Bahnunternehmen selbst werden wirklich schlecht geführt, und ihr Kundendienst ist oft unangemessen."

TransPennine Express (TPE) wurde im Mai nach monatelangen Beschwerden über Verspätungen und Zugausfälle unter staatliche Kontrolle gestellt. Vor der Übernahme hatte das Unternehmen nach Angaben des Office of Rail and Road (ORR) die höchste Ausfallrate aller Zugbetreiber.

Chris Jackson, Interims-Geschäftsführer von TPE, sagte, seit er der Regierung unterstellt ist, "haben wir Verbesserungen bei der Leistung festgestellt und echte Fortschritte beim Wiederaufbau der Gewerkschaftsbeziehungen auf lokaler Ebene gemacht". Er erklärte, dass die Wiederaufnahme der Arbeit der Lokführer an Ruhetagen dazu beigetragen hat, die Zugausfälle auf 5,5 % für das gesamte TPE-Netz zu senken" und ergänzte: "Wir wissen, dass es noch mehr zu tun gibt, und wir arbeiten aktiv an Plänen, um die zuverlässige, pünktliche und belastbare Bahn zu liefern, die unsere Kunden erwarten und verdienen."

Ein Sprecher des Infrastrukturbetreibers Network Rail sagte dazu: "Wir wissen, dass die Leistung für die Fahrgäste nicht gut genug war, und wir arbeiten eng mit den Zugbetreibern zusammen, um Verbesserungen zu erzielen. Die Gründung von Great British Railways (GBR) wird es uns ermöglichen, den Bahnbetrieb ganzheitlich zu betrachten, unser Schienennetz zu vereinfachen und unseren Fahrgästen und Frachtkunden bessere und zuverlässigere Dienstleistungen zu bieten."

Eine Sprecherin des Verkehrsministeriums erklärte: "Die Minister haben den Betreibern gegenüber deutlich gemacht, dass sie pünktliche Dienste anbieten und Verspätungen auf ein Minimum beschränken müssen. Um unsere Eisenbahnen zuverlässiger zu machen, müssen die Gewerkschaften unbedingt Reformen zustimmen, die die Branche modernisieren."

Doch die Gewerkschaften lehnen dies ab und kämpfen weiter für die Erhaltung der Arbeitsplätze und bessere Arbeitsbedingungen.

GK, RL, WKZ, Quelle: BBC

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