

Fotos RAIB.
Die Entgleisung eines Zuges der ScotRail bei Carmont in der Nähe von Stonehaven wurde durch das Versäumnis von Network Rail verursacht, eine Geschwindigkeitsbeschränkung zu verhängen und eine Böschungsdrainage ordnungsgemäß zu warten, wie ein Gericht in Aberdeen jetzt festgestellt hat. Dies hatte bereits die Aufsichtsbehörde Rail Accident Investigation Branch (RAIB) im März 2022 ermittelt.
Drei Menschen starben und sechs wurden verletzt, als ein Zug am 12.08.2020 nach heftigen Regenfällen in Carmont in einen Erdrutsch geriet.
Network Rail (NR) räumte ein, es versäumt zu haben, eine Geschwindigkeitsbeschränkung anzuordnen, den Fahrer zu warnen, dass ein Teil der Strecke unsicher war, oder ihn aufzufordern, seine Geschwindigkeit zu verringern. Außerdem räumte NR eine Reihe von Versäumnissen bei der Wartung und Inspektion der Entwässerungsanlagen in dem Gebiet sowie bei der Planung ungünstiger und extremer Wetterbedingungen ein. Ein Entwässerungssystem an der Strecke war von der Firma Carillion, die inzwischen in Konkurs gegangen ist, falsch installiert worden.
Der zuständige Staatsanwalt erklärte vor dem High Court in Aberdeen: "Trotz seiner Bemühungen, den Zug mit Hilfe der Notbremse zu verlangsamen, konnte der Lokführer den Zug nicht vor den Trümmern auf dem Gleis anhalten. Der Zug prallte gegen die Trümmer, entgleiste und kollidierte mit einer Brückenbrüstung. Dies führte dazu, dass der Zug von der Brücke abkam und die steile Böschung unterhalb der Brücke hinunterrutschte."
Der Staatsanwalt fügte hinzu, dass eine behördenübergreifende Untersuchung ergeben habe, dass der Bahnbetreiber das Entwässerungssystem nach seiner Installation nicht ordnungsgemäß inspiziert habe und es versäumt habe, das Personal in der Analyse von Wettervorhersagen zu schulen.
Die Untersuchung ergab auch, dass Network Rail, das die Eisenbahninfrastruktur im Vereinigten Königreich besitzt und unterhält, nicht im Rahmen des Möglichen sichergestellt hat, dass die Entwässerung in der Nähe von Carmont ordnungsgemäß und in Übereinstimmung mit den Konstruktionsplänen gebaut wurde.
Ein Sprecher des Bahnbetreibers bezeichnete den tödlichen Vorfall als einen "schrecklichen Tag für unsere Eisenbahn" und fügte hinzu, es sei klar, dass grundlegende Lehren gezogen werden müssten. Nach der Entgleisung überprüfte Network Rail alle vergleichbaren Stellen in ganz Großbritannien und führte nach dem Unfall eine umfassende Untersuchung aller Arten von Entwässerungsanlagen an den schottischen Bahnstrecken durch. Außerdem wurden von NR Änderungen im Bereich der Sicherheit vorgenommen, u. a. bei der Organisation des Zugverkehrs bei Unwettern.
RL, WKZ, Quellen: BBC, RAIB, The Guardian, The Times