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Montag, 16 April 2018 08:32

Frankreich: Macron hört den Zorn der Eisenbahner und bestätigt eine schrittweise Übernahme der SNCF-Schulden

Am Sonntag (16.04.18) Abend gab der französische Staatspräsident ein zweites Interview zu den Streiks der Eisenbahner und weiteren Mobilisierungen. Im Nationaltheater von Chaillot wurde er mehr als zweieinhalb Stunden lang wesentlich kritischer als im Interview am Donnerstag von den Journalisten Jean-Jacques Bourdin (BFMTV und RMC) und Edwy Plenel (Mediapart) befragt. Mehrmals ging das Interview in eine Meinungsdebatte über, so dass sich das Staatsoberhaupt über die "Demagogie" der Fragen beschwerte.

Macron wollte deutlich machen, er höre auf "den Zorn des Landes", der sich über die soziale Unzufriedenheit bei der SNCF, den Rentnern, an den Universitäten und in den Krankenhäusern verbreitet, zeigte sich aber entschlossen in Bezug auf seinen Reformwillen. "Mein Ziel bleibt es, das Land zu versöhnen, aber wir werden es nicht durch Untätigkeit tun, indem wir der Willkür bestimmter Minderheiten nachgeben", warnte er. Er bestritt auch, dass die verschiedenen Mobilisierungen in einem "kohärenten" Zusammenhang gesehen werden könnten, sie hätten unterschiedliche Ziele.

"Ich höre den Zorn", sagte der französische Präsident zu den Mobilisierungen im ganzen Land. Unter diesen Zornanfällen, so der Präsident, hätte er den der Eisenbahner "verstanden". "Es ist ein Zorn, den ich verstehe, den ich respektiere, der aber mit einer Entscheidung verbunden ist, die wir getroffen haben, zu der ich stehe, einer Reform, die wir bis zum Ende durchziehen werden", erklärte er.

Macron bestätigte, dass der Staat bei der Reform des SNCF-Konzerns nach und nach einen Teil der Schulden übernehmen werde, ohne jedoch den Betrag dieser Übername zu nennen. "Ja, ab dem 1. Januar 2020 wird der Staat in einer progressiven (stufenweise sich steigernden) Weise die Schulden von SNCF Réseau übernehmen, die dann rund fünfzig Milliarden Euro erreichen werden", erklärte er.

WKZ, Quelle BFMTV, Le Monde

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Letzte Änderung am Montag, 16 April 2018 10:09

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