

Die Eisenbahnstrecke von Sulmona nach Carpinone, auch “Transiberiana d’Italia” genannt, wurde am 18. September 1897 eröffnet. Sie überquert das unwegsame Gebiet der zentralen Apenninen und ist mit Sicherheit eine der schönsten Gebirgsstrecken Italiens.


Am 17. September beförderte die 940.041 (Officine Meccaniche Reggiane 104/1922) einen wunderschön aussehenden Personenzug von Sulmona nach Roccaraso und ein Tag später einen stillechten GmP, durchgeführt von “Italia on Rails”, einer Gruppe von italienischen Eisenbahnfans. Es wird immer schwieriger, eine solche Veranstaltung in Italien durchzuführen, aber die Organisation war perfekt und der Zug war ein voller Erfolg.


Weil zu Anfang der zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts der Lokomotivpark für die Apenninen und insbesondere für die Transversale Roma – Sulmona – Pescara mit Steigungen bis zu 2,7% zu schwach war, wurde beschlossen, eine neue 1’D1’ h2-Tenderlok zu entwickeln. Kessel und Rahmen waren identisch mit der 1’D-Gruppo 740; allerdings wurde ein Laufradsatz hinzugefügt, um die Laufeigenschaften beim Rückwärtsfahren zu verbessern. Ähnlich wie die Gr. 740 hatte die 940 zwei außenliegende Zylinder mit Heusinger Steuerung. Der Wasservorrat der 940er betrug 10.000 Liter und der Kohlevorrat 3,5 Tonnen, dank einer Erhöhung des Behälters sogar 5 Tonnen.


Von 1922 bis 1924 wurden 50 Stück dieser neue Baureihe 940 hergestellt von den Officine Meccaniche di Milano/Brescia (940.001 - 004), von den Officine Meccaniche e Navali di Napoli (940.005 - 030) und von den Officine Meccaniche di Reggio Emilia / Reggiane (940.031 - 050). Sie hielten von Anfang an, was sie versprachen und erwiesen sich als hervorragende Maschinen. Sie wurden sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr eingesetzt. Nach Angaben von P. M. Kalla-Bishop waren 1930 bis zu 38 dieser Maschinen in Sulmona stationiert. Nach der Elektrifizierung (Drehstrom) der Strecke Roma - Sulmona wurden jedoch viele von ihnen auf andere, weniger steile oder flache Strecken versetzt. Dazu gehörten die Strecken Lucca-Aulla (026, 031, 034, 050), Trento-Primolano (019, 022, 038 und 041), Brescia-Bergamo-Lecco und Faenza-Borgo San Lorenzo-Lavezzola (011), Taormina-Randazzo (036), Cremona-Pavia und Como-Lecco (005, 006, 053) (in Klammern die Nummern einiger Maschinen, von denen bekannt ist, dass sie auf den oben genannten Strecken eingesetzt wurden). Sie waren auch im Pustertal (022) im Einsatz, und in Bozen wurde eine Maschine für schwere Rangierarbeiten zwischen dem Bahnhof und dem Industriegebiet verwendet.


Drei weitere Maschinen wurden 1924 an die Società Strada Ferrata di Biella (SFB) geliefert. Sie trugen zunächst die Nummern 401 bis 403 und wurden 1928 in 941-943 umbenannt. 1951 wurden sie von der FS übernommen. Sie bekamen die Nummern 940.051 bis 940.053, womit die Gesamtzahl dieser Baureihe auf 53 kam. Zur Verbesserung des Saugzugs wurde 1968 der Schornstein durch einen größeren ersetzt.
Während des Zweiten Weltkriegs wurden drei Maschinen irreparabel beschädigt. Zusätzlich fielen einige 940er, die der Ostbahndelegation in Ljubljana zugeteilt waren, in jugoslawische Hände und wurden als Reihe 118 Teil der JŽ. Es handelte sich um vier Loks, die die Nummern 001 - 004 trugen. Laut P. M. Kalla-Bishop waren es FS 940.021, 037, 045 und 013. Die als JŽ 118-005 bezeichnete und als Denkmal in Nova Gorica aufgestellte ex FS 940.015 wurde erst 1983 an Jugoslawien abgegeben.
Von den verbleibenden 45 waren noch 40 im Einsatz, als mit dem Sommerfahrplan 1976 der Dampfbetrieb auf den FS-Linien eingestellt wurde (mit Ausnahme der Strecke Paola-Cosenza). Bis zum Sommerfahrplan 1984 wurden in verschiedenen Depots auf der Halbinsel Dampflokomotiven als Reserve bereitgehalten, dazu gehörten 1983 noch 18 Lokomotiven der Gruppe 940.
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