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Mittwoch, 18 April 2018 07:05

Polen: Regionalbahnen fühlen sich durch neue Trassengebühren benachteiligt

Die von der PKP PLK vorgeschlagene neue Preisliste für Trassenbenutzungsgebühren kann mit Fahrplankürzungen enden - warnen die lokalen Eisenbahnunternehmen. Seit Dezember will PKP Polskie Linie Kolejowe, der Betreiber der Eisenbahninfrastruktur, eine völlig neue Preisliste einführen, was bereits heftige Proteste bei den kommunalen Verkehrsträgern ausgelöst hat.

Diese sind der Meinung, dass dies zu einem starken Anstieg der Tarife für den Zugang zu den Gleisen auf lokalen Strecken, insbesondere auf nicht elektrifizierten Strecken, führen wird. "Das bedeutet eine Zunahme des Defizits dieser Strecken und damit eine Gefahr, das Angebot für die Fahrgäste zu reduzieren", sagt Piotr Malepszak, Vizepräsident von Koleje Dolnośląskie. Auf der Strecke Kudowa - Kłodzko - Wałbrzych sollen die Gebühren um bis zu 76%, auf der Strecke Legnica - Dzierżoniów um 49% und auf der Strecke Legnica - Żary um 47% steigen.

Die Gebühr für jede Zugfahrt hängt unter anderem vom Gewicht des Zuges oder der Streckenkategorie ab. Piotr Malepszak sagt, dass die Gebühren auf vernachlässigten Strecken steigen werden, auf denen Züge höchstens mit einer Geschwindigkeit von 30-50 km/h fahren können. Dort sei der starke Anstieg der Tarife besonders unverständlich, weil die Bahnbetreiber "mehr bezahlen und keine Besserung spüren werden."

"Der Kostenanstieg wird die Entwicklung und Inbetriebnahme neuer Züge behindern, die wir seit dem neuen Fahrplan planen", sagt auch Magdalena Iwańska von Koleje Śląskie.

Koleje Mazowieckie wird auf Strecken wie Nasielsk - Sierpc, Kutno - Płock, Tłuszcz - Ostrołęka oder Radom - Drzewica 40 % mehr für den Betrieb von Triebwagen zahlen müssen. "Der Schienenpersonenverkehr wird dort extrem unrentabel werden. Eine solche drastische Erhöhung der Zugangskosten ist ein Angriff auf den Schienenpersonennahverkehr, der vor Jahren von der lokalen Regierung Masowiens nur schwer wiederbelebt werden konnte", sagte Czesław Sulima, Vizepräsident von Koleje Mazowieckie.

PKP Polskie Linie Kolejowe argumentiert, dass die Form der neuen Preisliste an das geltende Recht, d.h. an die letztjährige Verordnung des Ministers für Infrastruktur und Bauwesen über die Bereitstellung von Eisenbahninfrastruktur, angepasst werden muss. Das Eisenbahnverkehrsamt Urząd Transportu Kolejowego wird nun seine Stellungnahme zur Preisliste abgeben. Es muss bis zum 6. Juni entscheiden, ob es die neuen Tarife genehmigt oder nicht.

WKZ, Quelle Dziennik.pl

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