

Fotos Pro Rail.
ProRail hat am 10. Oktober 2023 eine Kampagne gestartet, um den gewerblichen Verkehr auf die Gefahren an und um Bahnübergänge aufmerksam zu machen. Während die Zahl der Kollisionen an Bahnübergängen rückläufig ist, steigt der Anteil der Kollisionen, an denen der gewerbliche Verkehr beteiligt ist, sogar an.
Der Anteil der Kollisionen mit gewerblichem Verkehr an Bahnübergängen nimmt zu. Gerade diese Zusammenstöße zwischen Zügen und manchmal schweren Fahrzeugen können enorme Folgen haben. Die Zahlen zeigen, dass an einem Viertel der Unfälle an Bahnübergängen Berufskraftfahrer beteiligt sind. ProRail lanciert deshalb eine Kampagne, die sich an diese Zielgruppe richtet.
ProRail-Geschäftsführer John Voppen betont die Bedeutung der Sicherheit: "Gerade von Berufskraftfahrern, die mit schwerem Gerät arbeiten, erwartet man ein wachsames Verkehrsverhalten. Deshalb schlagen wir Alarm und wollen diese Fahrer für die Risiken sensibilisieren. Schätzen Sie Situationen im Voraus ein und schauen Sie genau hin. Schließlich können Sie einen Zusammenstoß leicht vermeiden, wenn Sie einen Bahnübergang nie blockiert halten, sondern ihn beim Überqueren sofort verlassen. Und wenn Sie stecken bleiben, wissen Sie, was zu tun ist, und rufen Sie immer 112 an.
Steigender Anteil
Die Zahl der Zusammenstöße mit dem gewerblichen Verkehr an Bahnübergängen nimmt nicht ab. Das ist besorgniserregend, denn die Gesamtzahl der Zusammenstöße ist rückläufig. Dieser Rückgang spiegelt sich im Fünfjahresdurchschnitt von 2012 wider, der damals bei 44,8 lag. Im Jahr 2022 wird dieser Durchschnitt bei 31,6 Kollisionen pro Jahr an Bahnübergängen liegen.
In den letzten 10 Jahren ereigneten sich rund 75 Kollisionen, an denen Berufskraftfahrer beteiligt waren. Dabei gab es sechs Todesopfer und etwa 50 Verletzte. Zusammenstöße sind lebensgefährlich, nicht nur für den Fahrer selbst, sondern auch für Fahrgäste, Zugpersonal und den übrigen Verkehr an Bahnübergängen.
Der Zugverkehr kommt zum Stillstand
Auch der materielle Schaden ist bei einem solchen Zusammenstoß enorm: Schäden am Gleis, an den Bahnübergangsanlagen und am Zug. Und wenn wir die Gleise reparieren müssen, steht der Zugverkehr manchmal tagelang still. Jedes Jahr entstehen durch Unfälle an Bahnübergängen etwa 50.000 Minuten Zugverspätung, was dem Ausfall von etwa 1.600 Zügen entspricht.
Auch Beinahezusammenstöße haben schwerwiegende Folgen. Jährlich registrieren wir bis zu 160 davon. Beinahezusammenstöße führen zu Notbremsungen und Notmeldungen. Personal und Fahrgäste sind jedes Mal erschrocken, und der Zugverkehr wird gestört. Dies führt auch zu lästigen Verspätungen im Güter- und Personenverkehr.
Was ist zu tun?
Jeden Tag fahren Lkw und andere (gewerbliche) Transporte über die Gleise. In den allermeisten Fällen geht das gut. Vorausschauendes Fahren, auch über den Bahnübergang, ist sehr wichtig. Faustregeln für einen sicheren Übergang:
• Verlassen Sie einen Bahnübergang immer so schnell wie möglich und halten Sie niemals auf ihm an.
• Angenommen, die Schrankenarme senken sich bereits oder schließen sich und Sie befinden sich bereits auf dem Bahnübergang: Sie können im Notfall einen Arm herausfahren und so den Übergang noch verlassen.
• Bringen Sie sich bei akuter Gefahr in Sicherheit und rufen Sie sofort die 112 an.
Maßnahmen für mehr Sicherheit
Als Bahnbetreiber arbeiten wir ständig an der Sicherheit der Bahn. Die Sicherheit von Bahnübergängen ist dabei entscheidend, denn wo sich Verkehrsströme kreuzen, lauert immer eine Kollision. ProRail beseitigt mehr und mehr Bahnübergänge. In den letzten Jahren wurden große Fortschritte gemacht. Von 1863 Bahnübergängen im Jahr 2019 sind drei Jahre später 136 aufgehoben worden. Wenn eine Aufhebung nicht möglich ist, versuchen wir, die Verkehrssituation zu beeinflussen. Zum Beispiel, indem wir die Sicht für die Verkehrsteilnehmer verbessern oder die Verkehrsdichte in Absprache mit den Straßenbetreibern anpassen.
Außerdem kontrollieren wir die Bahnübergänge regelmäßig mit der Polizei. In der Woche vom 25. bis 29. September fand die Rail Action Week statt. In dieser Woche führten die Mitarbeiter der Unfallbekämpfung zusammen mit der Polizei Aktionen an Bahnübergängen durch. Manchmal scheinen sich die Verkehrsteilnehmer nicht um die roten Lichter eines Bahnübergangs zu kümmern. Wir führten die Durchsetzungsmaßnahmen an 24 Orten durch, was zu insgesamt 155 offiziellen Meldungen führte. Groningen, Steenwijk, Maastricht und Hilversum waren Ausreißer. Wir werden daher in den kommenden Monaten an diesen Orten häufiger Kontrollmaßnahmen durchführen.
Kampagne mit Schwerpunkt auf dem gewerblichen Verkehr
Der zunehmende Anteil des gewerblichen Verkehrs an den Vorfällen an Bahnübergängen hat ProRail dazu veranlasst, besondere Maßnahmen zu ergreifen. Um das Bewusstsein für die Risiken beim Überqueren eines Bahnübergangs zu schärfen, richtet sich eine neue Kampagne ab dem 10. Oktober an diese Fahrer.
Es wurden drei kurze Videos gedreht, die verschiedene Situationen mit Schwertransporten an Bahnübergängen zeigen. Zu sehen sind ein Bahnübergang, Straßenverkehr und ein herannahender Zug, bei dem die Gefahr sofort deutlich wird. Wir setzen die Videos auf verschiedenen Kanälen ein, wo diese Zielgruppe zu finden ist.
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, WKZ, Quelle ProRail