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Freitag, 20 April 2018 07:00

Frankreich: Gewerkschafter setzen die Konsultation mit der Verkehrsministerin Elisabeth Borne aus

Die in der SNCF vertretenen Gewerkschaften CGT-UNSA-CFDT-SUD haben am Donnerstag, den 19. April, ihre Teilnahme an der Konsultation mit der Verkehrsministerin Elisabeth Borne "kollektiv ausgesetzt". Die vier Gewerkschaften werden einen Brief an Matignon senden, in dem sie darum bitten, vom Premierminister Edouard Philippe empfangen zu werden, kündigte Laurent Brun, Generalsekretär der CGT-Cheminots, an.

Grund waren einerseits das Vorhaben, den Güterverkehr auszugliedern, andererseits die Ankündigung, die Rekrutierung unter dem Status der Eisenbahner ab 01.01.2020 einzustellen. Verkehrsministerin Elisabeth Borne "bedauerte" die Entscheidung, nannte die Reform der SNCF aber "notwendig".

"Regierung und SNCF-Management zeigen ihr wahres Gesicht: autoritär, unsozial, Unterstützung der Reichsten", heisst es von Seiten der CGT-Cheminots. Die Regierung versuche mit "technischem Amateurismus" ihre "sozialen Schurkenmethoden" durchzusetzen.

Die Eisenbahner streben inzwischen eine "Konvergenz der Kämpfe" gegen Emmanuel Macron an. Eisenbahner, Krankenhauspersonal, Postangestellte, Beamte, Studenten: Mehr als 130 Mobilisierungen wurden am Donnerstag in ganz Frankreich organisiert, darunter nahmen 15.300 Menschen in Paris teil. Trotzdem kämpfte französischen Medien zufolge jede Gruppe für sich, eine große Solidarisierung fand nicht statt.

Die Streiks der Eisenbahner nahmen am achten Tag ihrer Mobilisierung weiter ab. Am Donnerstag kündigte die SNCF eine Streikrate von 22,7% an, wobei aber noch 66,4% der Lokführer streikten. Diese Zahlen sind seit dem 3. April, als die Bewegung begann, rückläufig.

WKZ, Quelle Le Monde, Le Figaro

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