

Fotos Brightline, Rüdiger Lüders.
Der Londoner Highcourt of Justice entschied am 12.10.2023 zugunsten des Virgin-Konzerns von Richard Branson in dessen Klage gegen das amerikanisches Zugunternehmen Brightline, das eine Lizenzvereinbarung unter der Begründung beendet hatte, die Marke Virgin sei nicht mehr "hoch angesehen".
Richter Mark Pelling entschied zugunsten von Virgin Enterprises, das den Personenzugbetreiber Brightline Holdings aus Florida verklagt hatte, weil der eine Vereinbarung über die Umbenennung von Brightline in Virgin Trains USA nicht vollzogen hatte. Brightline zeigte sich enttäuscht über das Urteil und will in Berufung gehen.
Bei der Klage ging es um eine Vereinbarung, die die beiden Unternehmen im Jahr 2018 geschlossen hatten und aus der Brightline zwei Jahre später ausstieg. Sie kam kurz nachdem die Fluggesellschaft Virgin Atlantic in den USA Insolvenz angemeldet hatte und Virgin Trains die britische Zugkonzession für die West Coast Main Line verlor, die es zwei Jahrzehnte lang innehatte.
Brightline argumentierte, dass Virgin aufgehört hatte, "eine Marke von internationalem Ruf" zu sein und Virgin Trains während der Pandemie Unterstützung vom britischen Steuerzahler verlangte. Virgin klagte wegen Rufschädigung vor dem High Court in London und bezeichnete die Behauptungen von Brightline als "zynisch und fadenscheinig".
Nach einer Anhörung im Juli entschied das Gericht, dass Brightline beweisen müsse, dass die weitere Verwendung des Virgin-Labels "dem Ruf von Brightline oder dem Wert seines Unternehmens erheblichen Schaden zufügen würde". Es gebe keinen Beweis dafür, dass Brightlines "Ansehen bei den Verbrauchern durch die fortgesetzte Verbindung mit Virgin geschädigt wurde".
Der Richter kommentierte das Urteil abschließend: "Aus den oben dargelegten Gründen komme ich zu dem Schluss, dass Brightline keinen der drei Punkte bewiesen hat, die es hätte beweisen müssen, um mit seiner Verteidigung Erfolg zu haben; aus diesem Grund hat die Klage Erfolg."
Die Frage des Schadensersatzes wird in einer späteren Anhörung geklärt. Virgin forderte in dem Fall rund 200 Mio. GBP (229 Mio. EUR) Schadenersatz.
Als Reaktion auf das Urteil erklärte das Unternehmen in einer Erklärung, dass "die Marke Virgin seit mehr als 50 Jahren ein Symbol für globale Innovation, außergewöhnliche Kundenerfahrung und Unternehmertum ist. Das heutige Gerichtsurteil beweist die Stärke unseres Unternehmens und unserer Marke".
RL, WKZ, Quelle Highcourt of Justice, South Florida